Montag, 4. Juni 2007

"Stern" der Kaiserin Sisi jetzt in Kanada aufgetaucht: Stern vor 9 Jahren gestohlen!

  • Schmuckstück soll wieder zurück nach Österreich
  • Tipp zur Sicherstellung kam von unseren Behörden

Die Sicherstellung von Kaiserin Sisis "Stern" in der kanadischen Stadt Winnipeg ist mittelbar die Folge eines Tipps durch die österreichische Polizei. Die heimischen Behörden hatten bereits im Jahr 2003 Hinweise darauf, dass der nun in Zusammenhang mit dem Diebstahl des Schmuckstücks und weiterer Delikte inhaftierte 35-jährige Kanadier als Täter in Frage kommen könnte.

Der mit Perlen und Diamanten besetzte "Stern" war 1998 im Schloss Schönbrunn gestohlen worden. Das Schmuckstück war dort im Rahmen einer Ausstellung anlässlich des 100. Todestages von Kaiserin Elisabeth ausgestellt gewesen. Es befand sich auf einem laut Polizei tischähnlichen Gestell unter Panzerglas, das mit dem Unterbau verschraubt war.

Der Täter hatte das Original durch ein Imitat ersetzt, so dass der Diebstahl nicht sofort bemerkt wurde. Der Zeitpunkt der Tat ist nach wie vor nicht bekannt, er liegt zwischen 5. und 26. Juni 1998. Wie der Diebstahl damals ausgeführt wurde, ist vorläufig noch nicht bekannt. Der in Winnipeg verhaftete Kanadier dürfte laut Polizei einen oder zwei Komplizen gehabt haben.

In Winnipeg sichergestellt
Die kanadische Polizei hat in Winnipeg ein seltenes Schmuckstück entdeckt, das einst der österreichischen Kaiserin Elisabeth (Sisi) gehörte und vor neun Jahren aus einem Schloss gestohlen wurde. Die von Hofjuwelier Köchert angefertigte Diamantperle sei sichergestellt worden, teilte ein Polizeisprecher mit.

Gerald Hesztera, Sprecher des Bundeskriminalamts, bestätigte den Erfolg gegenüber der APA. Man sei vom kanadischen Verbindungsbeamten in Österreich informiert worden, dass der "Stern der Sisi" bei dem "Einbrecherkönig" sichergestellt wurde. Nun will man sich auf dem Justizweg bemühen, das Schmuckstück rasch wieder nach Österreich zu holen. Von Seiten der Schloss Schönbrunn Kultur- und Betriebsgesellschaft war zunächst keine Stellungnahme zu bekommen.

Das mit kostbaren Perlen und Diamanten besetzte Schmuckstück wurde im Haus eines 35-Jährigen entdeckt. Dieser gilt als Rädelsführer einer internationalen Verbrecherorganisation und wurde bereits im Jänner mit sieben weiteren Verdächtigen verhaftet. Ihnen wird unter anderem Betrug, Kreditkartendiebstahl und organisiertes Verbrechen zur Last gelegt. Dabei sollen Millionenbeträge erzielt worden sein. Ein Polizeisprecher erklärte, es handle sich um einen höchst professionellen Verbrecherring. So sei modernste elektronische Technologie zum Einsatz gekommen.

1998 im Schloss Schönbrunn gestohlen
Der Stern ist 1998 während der Sisi-Ausstellung trotz entsprechender Sicherung aus der Vitrine gestohlen worden, bestätigte der Geschäftsführer der Schloss Schönbrunn Kultur- und Betriebsgesellschaft (SKB), Franz Sattlecker, im Gespräch mit der APA. Der Haarschmuck, der auch auf dem berühmten Porträt der Kaiserin von Franz Xaver Winterhalter zu sehen ist, war die Leihgabe einer Privatperson.

Der Wert betrug 100.000 Schilling (7.267 Euro) und wurde von der Versicherung übernommen, so Sattlecker. Von diesem Betrag wurde ein gerade auf dem Markt befindlicher Ersatz angekauft. Bereits zu Lebzeiten Sisis waren vom Hofjuwelier Köchert rund 20 Kopien des Originals angefertigt worden. Der Stern war somit kein wirkliches Unikat.

In den vergangenen neun Jahren hatte es drei Mal Kontakt zu Personen gegeben, die ein "Angebot" für das entwendete Schmuckstück einforderten. "Wir haben verhandelt, aber die Telefonate sind immer im Sand verlaufen", so der Geschäftsführer. Nun will man Kontakt zur Exekutive und zur Versicherung, dem nunmehrigen Eigentümer des Originals aufnehmen, um den Stern wieder nach Österreich zu bringen. (apa)

4.6.2007 15:02