Mittwoch, 30. Mai 2007

"Ethnische Säuberung" angekündigt: Neuer Bürgermeister Veronas von Mehrheit gewählt

  • Will Stadt von 'Roma, Dealern & Kriminellen befreien'
  • Tosi schon wegen rassistischer Propaganda verurteilt

Mit überwältigender Mehrheit hat ein Aktivist der rechtspopulistischen Lega Nord den Bürgermeistersessel der industriereichen Stadt Verona erobert. Mit seinem Versprechen, der Stadt der Arena Ordnung und Sicherheit zu garantieren, konnte der 39-jährige Hardliner der Lega Nord, Franco Tosi, beim ersten Wahlgang mit 60,7 Prozent der Stimmen die Kommunalwahlen am vergangenen Wochenende gewinnen und die bisher von einer Mitte-Links-Koalition verwaltete Stadt unter Kontrolle der Rechten stellen. Tosi verspricht eine "ethnische Säuberung", um die 800.000-Einwohner-Stadt von Roma, Drogendealern, Prostituierten und Kriminellen zu befreien.

"In dieser Stadt gibt es keinen Platz für diejenigen, die sich nicht integrieren wollen und unsere Gesetze nicht respektieren. Wir müssen uns von Drogendealern und Kriminellen befreien, die das Gesetz verletzen", betonte Tosi, der bereits zwei Mal wegen rassistischer Propaganda verurteilt worden ist. "Ich habe einen Kampf gegen eine illegale Roma-Siedlung geführt und habe dafür bezahlt", rechtfertigte sich Tosi im Interview mit der römischen Tageszeitung "La Repubblica" am Mittwoch.

Zu seinen Prioritäten zähle auch der Kampf gegen Produktpiraterie. "Ich will Strafen einführen, für diejenigen, die gefälschte Waren kaufen, angefangen von den Straßenhändlern. Außerdem will ich Strafen für Kunden von Prostituierten und für Bettlern an den Ampeln einführen", erklärte der Bürgermeister.

Über seinen Wahlerfolg zeigte sich Tosi nicht überrascht. "Ich bin vom Volk gewählt worden, das Antworten braucht und wirklich eine Änderung verlangt. Das Volk weiß, dass ich mich nicht in ein Büro einsperren, sondern unter den Leuten bleiben werde", betonte das Stadtoberhaupt.

Hinzu werde er sich für den Steuerföderalismus einsetzen, ein Hauptziel der Lega Nord. "Ohne Steuerföderalismus bricht alles zusammen", meinte Tosi. Dank seines Einsatzes werde Verona in Zukunft "schöner, sauberer und sicherer" sein. (apa/red)

30.5.2007 12:03