Fünf Briten in Bagdad entführt: Bisher keine Spur von den Security-Mitarbeitern
- Bagdader Regierung verdächtigt Schiiten-Milizionäre

Nach der Entführung von fünf Briten im Irak hat die Regierung in Bagdad schiitische Milizen als mögliche Drahtzieher verdächtigt. Der Ort der Entführung sei aufschlussreich, da dieser unweit des Bagdader Viertels Sadr-City liege, das von der so genannten Mahdi-Armee von Schiitenführer Muktada al-Sadr kontrolliert werde, sagte der irakische Außenminister Hoshjar Sebari dem britischen Sender BBC.
Er bezweifele, dass eine sunnitische Organisation wie das Terror-Netzwerk Al Kaida in diesem Stadtteil zu solch einer gut geplanten Tat in der Lage sei. Vielmehr steckten wahrscheinlich Milizen mit guten Kontakten zur örtlichen Polizei hinter der Entführung. Offiziell hat sich bisher noch keine Gruppe zu der Entführung bekannt.
Die britische Zeitung "The Times" berichtete, ein Anführer der Mahdi-Armee im südirakischen Basra namens Abu Hussein habe sich zu der Geiselnahme bekannt. "Wir werden uns an den Briten rächen", sagte er demnach. Der Entführung würden "mehr und größere Operationen" folgen. Anführer der Mahdi-Armee aus Bagdad bestritten dem Bericht zufolge jedoch jegliche Verwicklung in die Entführung der Briten. Ein Sprecher der Sadr-Bewegung in Najaf sagte AFP, die Anschuldigungen hätten "keine Grundlage".
Bei den Entführten handelt es sich offenbar um vier Sicherheitsleute der kanadischen Sicherheitsfirma Garda und einen Mitarbeiter der US-Beratungsfirma Bearing Point. Ein Wachmann berichtete, die Entführer hätten sich als Angehörige einer Anti-Korruptionseinheit vorgestellt. Augenzeugen berichteten, Bewaffnete in Polizeiuniformen seien in vier Kleintransportern vor einem Gebäude des Finanzministeriums vorgefahren. Nach rund einer Viertelstunde, in der ein Schuss gefallen sei, hätten sie das Gebäude mit ihren Geiseln verlassen.
(apa/red)
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