Neue Verwirrung im Eurofighter-Ausschuss: Schon Info-Kampagne war Gegengeschäft!
- Bartenstein steht zu Deals: Ausnahme von der Regel
- FP-Kommunikationschef Lukasek für Steininger tätig

·Causa Eurofighter: MEINUNG SCHREIBEN!
MITREDEN zum Streit-
Thema Abfangjäger!
·Ederer im Eiltempo durch Jet-Ausschuss
Siemens: Nur 760.000 Euro Gegengeschäfte
·Pilz: ÖVP blockiert Eurofighter-Ausschuss
"Ultimatum": Schüssel gegen neue Sitzungen
·SP-VP-Kleinkrieg um Eurofighter fortgesetzt
SP-Kalina: "Molterer soll Lobbying-Job aufgeben"
·Edlinger besuchte Eurofighter-Werk!
FORMAT: Plattner-Freund organisierte Besichtigung
·Jets: Extra-Test erfolgreich bestanden
Güteprüfung soll nun in Bälde über Bühne gehen
·Cap mit Molterer
"sehr unzufrieden"
Mit Verlängerung der Jet-
Untersuchung gedroht
·Wollen Sie Ausstieg aus Eurofighter-Deal?
MITVOTEN: Soll Republik sofort Vertrag kündigen?
·Alle INFOS zum Eurofighter Typhoon!
Durchklicken: Technische Daten und BILDER!
Die Fronten beim Thema Gegengeschäfte sind auch nach den Befragungen der Zeugen im Eurofighter-U-Ausschuss unverändert geblieben. Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (V) verteidigte bei seiner Anhörung die angepeilten Offsets in der Höhe von vier Mrd. Euro auf Biegen und Brechen. Vor allem SPÖ und Grüne stellen die "Gegengeschäftskultur" hingegen weiter in Frage. Während die Einvernahme Bartensteins relativ friedlich verlief, sorgte der ehemalige FPÖ-Kommunikationschef Kurt Lukasek mit teils zögerlichen und geänderten Antworten für Wirbel im Ausschuss.
Bartenstein versicherte, dass alle Gegengeschäfte urkundig dokumentiert und geprüft würden und es Konsequenzen haben könnte, wenn dabei falsche Angaben gemacht werden. Die Aussagen von Magna-Boss Frank Stronach, sein Unternehmen habe überhaupt nichts von den Gegengeschäften gehabt, führte er auf mögliche Unkenntnis Stronachs der Situation zurück.
Der Minister sprach außerdem eine Warnung aus: Nicht nur die Auflösung des Eurofighter-Vertrags würde die Gegengeschäfte gefährden, auch eine Stückzahlreduktion hätte Auswirkungen auf die Offsets. "Die Gegengeschäfte sind direkt proportional zum Grundgeschäft", meinte er. Bei einer Reduktion der Jets um zehn Prozent würde sich auch das Volumen der Offsets entsprechend verringern, so der Wirtschaftsminister.
Info-Kampagne als Gegengeschäft
Jedenfalls schien bei der Anrechnung der Offsets auch Kreativität im Spiel gewesen zu sein. Wie aus der Befragung durch den Grünen Werner Kogler hervorging, ist eine Informations-Roadshow zu den Gegengeschäften im Jahr 2003 selbst als Gegengeschäft im Wert von drei Mio. Euro angerechnet worden. Kogler sprach von einer "hochgeblasenen Angelegenheit", Bartenstein von einer "Ausnahme von der Regel".
Verwirrung bei Einvernahme Lukaseks
Bei der Einvernahme Lukaseks sorgten Dienstgrade bzw. deren Nichtnennnung für Verwirrung. Lukasek gab nach dem Namen Wolf (der suspendierte Airchief Erich Wolf, Anm.) gefragt, zunächst an, diesen nicht zu kennen. Als der Abgeordnete Ewald Stadler den Dienstgrad "Generalmajor" hinzufügte, kannte Lukasek den mittlerweile suspendierten Airchief plötzlich doch. "Pflanzen können wir uns selber", reagierte Stadler auf die geänderte Haltung des Zeugen. Dies brachte diesem wiederum einen heftigen Rüffel des Verfahrensanwalts ein.
Für Steininger tätig
Inhaltlich ging es bei Lukaseks Befragung vor allem um seine Tätigkeit für den EADS-Lobbyisten Erhard Steininger sowie für die Gegengeschäftsfirma "European Business Development GesmbH". Von Steininger habe er 28.500 Euro für "politische Analyse und die Beurteilung der innenpolitischen Situation in Österreich" erhalten. Mit der EBD hatte Lukasek nach eigenen Angaben einen Vertrag im Volumen von 4.000 Euro monatlich zwischen 2006 und 2007. Gegenleistung: Ebenfalls politische Analysen sowie Unterstützung bei der Abwicklung von Gegengeschäften. Von Seiten der österreichischen Firmen, die von den Kompensationsgeschäften profitiert haben, bekomme er einen niedrigen einstelligen Prozentsatz des Auftragsvolumens, so Lukasek.
(apa/red)
Norbert Wicki14:21
Der Buwog-MythosDer Schweizer Vermögensberater hatte neben Grasser weitere Kontakte in Österreich
Wikileaks14:25
Rückschlag für AssangeGericht fällt Entscheidung: Internet-Aktivist darf nach Schweden überstellt werden
U-Ausschuss Korruption14:59
Eklat um Tetron-AktenInnenministerium vergaß auf Übermittlung. Befragungen bis auf Weiteres beendet
