Freitag, 1. Juni 2007

Streit um Schaum auf Raab: Lederfabrik beruft sich auf gültigen Rechtsbescheid

  • Brauereiwirtschaft empört über Boykott-Aufruf

Die oststeirische Lederfabrik Boxmark hat sich in einer Stellungnahme zu den Messergebnissen der von Greenpeace entnommenen Abwasserproben im Fluss Raab geäußert: Die von der Umweltschutzorganisation erhobenen Forderungen "fußen auf zum Großteil nicht nachvollziehbaren Interpretationen und Falscheinschätzungen". In einer Aussendung am Freitag fordern die Grünen eine "Verschärfung der Grenzwerte für die Lederindustrie".

Boxmark beruft sich in der Stellungnahme auf den seit 1994 rechtsgültigen wasserrechtlichen Bescheid sowie einem 1999 "dem Stand der Technik entsprechenden Projekt eingereichten" Wiederverleihungsantrag, über den bisher seitens der steirischen Landesregierung nicht entschieden wurde. Außerdem seien die von Greenpeace gezogenen Abwässer Stichproben, die "bezüglich der Grenzwerte keine Aussagekraft" hätten. Weiters wies der Betrieb darauf hin, dass der überwiegende Teil der getesteten Werte - wie etwa für Chrom und absetzbare Stoffe - von der Umweltschutzorganisation gar nicht bemängelt wurde.

In der Aussendung sagte die Umweltsprecherin der Grünen, Ruperta Lichtenecker, das Umweltministerium habe bereits im Februar bestätigt, dass der "Hauptteil der Schaumbelastung gemäß den Erkenntnissen der TU Wien aus der Lederindustrie" stamme. Daher fordere man verschärfte Grenzwerte und eine "Reduktion der absoluten Abwassermengen" für die Lederindustrie, so Lichtenecker. Sollte das noch nicht ausreichend sein, soll ein so genannter Bewirtschaftungsplan für die Raab erheben, welche weiteren Verursacher es für den Raab-Schaum gebe.

Die steirische Grünen-Klubobfrau Ingrid Lechner-Sonnek verlangte indessen von den Landesräten Manfred Wegscheider (S) und Johann Seitinger (V), zu erklären, warum sich "erst am 21. Mai dieses Jahres alle für die Raab zuständigen Behördenleiter zu einer gemeinsamen Besprechung getroffen" hätten, um "die rechtliche Komplexität der Causa" zu bereden.
(apa/red)

1.6.2007 14:05