Mittwoch, 30. Mai 2007

Behinderten-Organisationen gegen Pflege- Modell: Buchingers Modell "unausgewogen"

  • Voget: Nicht genug Zeit für langfristige Finanzierung

Kritik an dem von Sozialminister Buchinger angekündigten Pflegemodell kommt von den Behindertenorganisationen. Klaus Voget, der Präsident des Dachverbandes der österreichischen Behinderten-Organisationen meinte, dass das Auslaufen der Amnestiefrist für illegale Pflege die Erstellung eines langfristigen Finanzierungsplans unmöglich mache. Buchingers Modell soll zudem unausgewogen sein.

Voget führte im Ö1-"Morgenjournal" aus, dass Buchinger auf Grund des Auslaufens der Amnestiefrist am 1. Juli massiv unter Druck stehe. Außerdem würde Buchingers Modell zwar für Pflegebedürftige der Stufen fünf bis sieben einen Vorteil oder zumindest eine gleich bleibende Situation bringen, während es für Betroffene der Stufen eins bis vier "wesentlich teurer wird". Aber gerade diese Pflegegruppe benötige derzeit die meisten illegalen Pflegekräfte, so Voget.

Das Pflegegeld hält der Präsident der Behinderten-Organisationen für viel zu niedrig, seit der Einführung 1993 sei es nur zwei Mal valorisiert worden, was einen Kaufkraftverlust von "irgendwo zwischen 14 und 20 Prozent bedeute".

Verwundert zeigte sich Voget, dass Behinderten-Organisationen nicht in die Planung des Pflegemodells miteinbezogen wurden. Auch bedaure er, dass Buchinger sich vor allem auf den arbeitsrechtlichen Teil der Pflegeförderung und zu wenig auf die Pflegebedürftigen selbst konzentriere.

(apa/red)

30.5.2007 11:30