Affäre um kasachischen Botschafter weitet sich aus: Alijev wird derzeit in Wien gesucht!
- Regierung hat bereits um Auslieferung angesucht
- Botschafter soll sogar in Entführung verwickelt sein
Ein äußerst ungewöhnliches Auslieferungsansuchen ist im Justizministerium in Wien eingetroffen: Die Republik Kasachstan beantragt darin die Auslieferung ihres kürzlich abberufenen Botschafters in Österreich. Rakhat Alijev, dem Schwiegersohn des kasachischen Staatschefs Nasarbajew, wird laut Medienberichten vorgeworfen, in die Entführung zweier hochrangiger Manager verwickelt zu sein.
Alijev weigert sich demnach, in seine Heimat zurückzukehren. Das Auslieferungsansuchen wird nun an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet.
Wie der Pressesprecher des Justizministeriums der APA sagte, betrifft das Auslieferungsansuchen Alijev und sechs weitere Personen. Die Staatsanwaltschaft muss nun prüfen, ob Auslieferungshaft gegen sie verhängt wird. Ein Auslieferungsabkommen mit Kasachstan gibt es seinen Angaben zufolge zwar nicht, theoretisch wäre eine Auslieferung aber trotzdem möglich.
Das Auslieferungsansuchen Kasachstans ist laut einem Sprecher des Bundeskriminalamts mittlerweile vom Justizministerium an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet worden. Das Ansuchen betreffe Rakhat Alijev und sechs weitere Personen, die zum Teil Botschaftsangehörige seien oder in einem Naheverhältnis mit Alijev stünden.
Alijev, der mit Nasarbajews Tochter Dariga verheiratet ist, wird per internationalem Haftbefehl gesucht. Laut Medienberichten beschuldigt die kasachische Regierung den Diplomaten, in die Entführung zweier hochrangiger Bankmanager verwickelt zu sein. Der Vorwurf lautet demnach unter anderem auf Erpressung, Dokumentenfälschung und Menschenraub.
Nun muss laut dem Pressesprecher des Justizministeriums die Staatsanwaltschaft Wien prüfen, ob Fluchtgefahr besteht und Auslieferungshaft verhängt wird. (apa)
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