Dienstag, 29. Mai 2007

Weiterhin Zweifel an Hahn-Dissertation:
Weber will Doktorarbeit nun komplett prüfen

  • "Falsch": Argumentation des Doktorvaters gilt nicht
  • "Seitenweise unzitiertes Abschreiben" des Ministers?

Der Salzburger Medienwissenschafter Stefan Weber will nun die gesamte Dissertation von Wissenschaftsminister Johannes Hahn prüfen. "Mich interessiert der Umfang, in dem an anderen Stellen mutmaßlich ebenso gearbeitet wurde", erklärte Weber in Bezug auf seine Kritik aus der Vorwoche, wo er Hahn "seitenweises unzitiertes Abschreiben" in dessen Doktorarbeit vorgeworfen hatte.

Die Argumentation von Hahns Doktorvater Peter Kampits, der den Minister und dessen Dissertation verteidigt hatte, weist Weber als "falsch" zurück.

Sowohl Kampits als auch Hahn selbst hatten nach den Vorwürfen Webers die Doktorarbeit verteidigt und betont, ordentlich zitiert und immer wieder auf Leopold Kohr Bezug genommen zu haben, von dem er nach Interpretation Webers unzitiert abgeschrieben haben soll.

Der Minister vermutete zudem, dass Weber "offensichtlich verärgert ist, weil er keinen Auftrag von uns erhalten hat". Webers Vorschlag einer Studie über "Akademische Integrität in Österreich" war vom Ministerium abgelehnt worden.

(apa/red)

29.5.2007 13:38