Tempo 80 auf Freilandstraßen: Niedrigere Geschwindigkeit soll Unfallzahlen senken
- Experte: Gefahr auf vertrauten Strecken unterschätzt
- Blutiges Pfingstwochenende forderte 21 Todesopfer!
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·MITSTIMMEN: Soll Tempo 80 kommen?
Wäre diese Maßnahme korrekt oder übertrieben?
·Pfingstwochenende
mit 20 Verkehrstoten
Schock-Bilanz: 11 Tote alleine in der Steiermark
·Hälfte der Kinder ungesichert im Auto
Erschreckendes Ergebnis bei Kontrollen in Wien
·Drei Geisterfahrer auf einmal unterwegs
Bei Raststätte Ansfelden falsch auf A1 aufgefahren
·Verkehrsunfälle '07 dramatisch gestiegen
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ÖAMTC: In der Blech- lawine Nerven bewahren!
·Wenn es im Ausland einmal richtig kracht
Richtiges Verhalten bei Unfällen im Ausland
·Besserwisser sind als Beifahrer unbeliebt
Am wenigsten stören die schlafenden Begleiter

Blutige Bilanz: 21 Todesopfer allein am Pfingstwochenende, 25 Tote in der vergangenen Woche (inklusive Montag). Mehr als die Hälfte der Opfer am Pfingstwochenende waren Lenker oder Mitfahrer von einspurigen Fahrzeugen. Die tödlichen Verkehrsunfälle hatten sich vor allem im Nahverkehr ereignet. Die Anstieg der Unfälle und der Zahl der Verkehrstoten im Vergleich zu den voran gegangenen Jahren sorgte auch zu Diskussionen über mögliche Konsequenzen. Vor allem ging es dabei um eventuell Tempo 80 auf Überlandstraßen.
In der Pfingstwoche (21. bis 28. Mai) war es damit insgesamt zu 22 tödlichen Verkehrsunfällen mit insgesamt 25 Opfern gekommen. Im Jahr zuvor waren es 13 Unfälle mit 16 Toten gewesen. Zum Pfingstwochenende dieses Jahres (25. bis 28. Mai) waren es 18 tödliche Verkehrsunfälle und 21 Opfer (2006: fünf tödliche Verkehrsunfälle mit sieben Toten).
Damit wurden in diesem Jahr wesentlich mehr Opfer registriert als in den vergangenen Jahren. Im Jahr 2005 sind am Pfingstwochenende von Freitag 00.00 Uhr bis Montag 24.00 Uhr neun Verkehrsteilnehmer ums Leben gekommen. Im Jahr 2004 wurden 16 und im Jahr 2003 sechs Menschen tödlich verletzt. 1996 wurde mit nur fünf Verkehrstoten das günstigste Ergebnis seit Einführung der Statistik im Bundesministerium für Inneres (1967) verzeichnet.
Vom 1. Jänner bis zum 28. Mai dieses Jahres gab es damit auf dem österreichischen Straßennetz vorläufig 251 Verkehrstote (30-Tages-Fristabgrenzung berücksichtigt bis Ende März), im Vergleichszeitraum des Vorjahres (bisher niedrigste Zahlen seit Beginn der Aufzeichnungen) verunglückten nach endgültigen Zahlen 210 und im Jahr 2005 269 Menschen tödlich.
Forderung nach Tempo 80 auf Freilandstraßen
VCÖ, Grüne sowie der Chef der Landesverkehrsabteilung der steirischen Polizei, Wolfgang Staudacher, traten für Tempo 80 auf Freilandstraßen - zum Teil unter Ausnahme mit Tempo 100-Beschilderung - ein. Das steirische Kuratorium für Verkehrssicherheit meint, dass Tempo 100 auf Landstraßen oft zu viel sein könnte. ÖAMTC und ARBÖ sprachen sich gegen eine generelle Senkung der Tempolimits aus.
Ähnlich äußerte sich auch Innenminister Günther Platter: "Ich betrachte die Senkung des Tempolimits auf Überlandstraßen auf 80 Stundenkilometer generell für weder angebracht hoch zielführend. Wichtiger ist der Appell an die Verkehrsteilnehmer zur Eigenverantwortlichkeit. Es ist notwendig, die Geschwindigkeit an die jeweilige Situation anzupassen. Es kann auf einer Freilandstraße auch Tempo 50 zu viel sein."
Faymann für höhere Strafen
Verkehrsminister Werner Faymann trat für eine Anhebung der Verkehrsstrafen ein. Geschwindigkeitslimits würden derzeit teils erheblich überschritten, genau so oft würden die Kontrollorgane Alkohollenker am Steuer erwischen und extrem häufig seien Kinder nicht adäquat angegurtet. Gegenüber Tempo 80 zeigte sich der Minister allerdings skeptisch. Eine Verschärfung der Strafen falle in die Zuständigkeit des Innenministeriums.
Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider will die Verkehrssicherheit zum Thema der Landeshauptleutekonferenz machen. Das BZÖ forderte Verkehrsminister Werner Faymann zum Handeln auf. FP-Verkehrssprecher Harald Vilimsky forderte mehr Exekutive auf den Straßen und lehnte Tempo 80 ab. (apa/red)
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