Dienstag, 22. Mai 2007

Chaos durch Lotsen-Streik bei Alitalia:
Flugverkehr in Italien wurde lahm gelegt

  • Auch mehrere Österreich-Verbindungen betroffen
  • Italiens Regierung will sich ganz von Alitalia trennen

Ein Streik der italienischen Fluglotsen sowie des Flugpersonals der Alitalia hat für Probleme im Luftverkehr gesorgt. Allein Alitalia strich fast 400 Flüge. Betroffen waren auch die vier Verbindungen von und nach Österreich.

Nach Alitalia-Angaben fiel der Flug Wien-Rom AZ 189 aus, dessen Landung normalerweise für 11.10 Uhr vorgesehen war. Auch der Wien-Mailand-Flug um 11.55 Uhr (AZ 199) musste gecancelt werden. Gestrichen wurden auch der Flug AZ198 von Mailand Malpensa nach Wien um 15.40 Uhr sowie jene Maschine, die um 16.35 von Rom nach Wien starten sollte.

Mit den Protesten will man höhere Löhne durchsetzen. Durch Streiks beim Kabinenpersonal waren im Mai bereits hunderte Flüge bei der größten Airline Italiens ausgefallen.

Die Gewerkschaften klagen, dass die Arbeitsverhältnisse bei der Fluggesellschaft zunehmend schwieriger würden.

Regierung will sich ganz von Alitalia trennen
Die italienische Regierung will sich möglicherweise vollständig von ihrer Beteiligung an Alitalia trennen. Die Regierung sei bereit, ihren gesamten Anteil von 49,9 Prozent zum Verkauf zu stellen. Die Interessenten haben nun bis zum 2. Juli Zeit, ein Gebot für Alitalia vorzulegen.

Im offiziellen Bieterverfahren für Alitalia sind noch drei Interessenten im Rennen: der Finanzinvestor TPG Capital, der kleine italienische Alitalia-Konkurrent Air One und die russische Fluggesellschaft Aeroflot gemeinsam mit der italienischen Bank UniCredit, Mutterkonzern der BA-CA.

Italiens Regierung will nach eigenen Angaben die Folgen eines Stellenabbaus nach dem geplanten Verkauf ihres Kontrollanteils an der Fluggesellschaft Alitalia lindern. Jede Staatsintervention werde aber den Normen der Europäischen Union entsprechen, teilte das Büro von Ministerpräsident Romano Prodi mit.

(apa/red)

22.5.2007 10:51