Winter-Tourismus - 1. Minus seit 10 Jahren:
Nächtigungsrückgang wegen Schneemangel
- Insgesamt 59,4 Millionen Nächtigungen in Österreich
- Deutsche Urlauber bleiben im Winter weitgehen aus

·Immer mehr Russen sind im Anmarsch
Österreich die Nummer 1 als Winterdestination
·Klima-Thema führt zu
Skitouristen-Rückgang
Umsatzeinbußen trotz
sehr guter Bedingungen
Erstmals seit 10 Jahren haben die heimischen Tourismusbetriebe diesen Winter ein Nächtigungsminus verzeichnet. Die Nächtigungen gingen in der Zeit von November bis Ende April im Jahresvergleich um 1,0 Prozent auf 59,4 Mio. zurück, berichtete die Statistik Austria am Freitag. Ausgeblieben sind vor allem die deutschen Gäste, die Nächtigungen der Österreicher stiegen leicht und erreichten einen Rekordwert. Bei den russischen Gästen gab es mit plus 20 Prozent einen kräftigen Zuwachs.
Im Detail sanken die Nächtigungen der ausländischen Gäste in der Wintersaison (November bis April) in Österreich mit 45,7 Mio. Nächtigungen im Jahresvergleich um 1,3 Prozent. Bei den Inländern hingegen gab es ein Plus um 0,1 Prozent auf den neuen Rekordwert von 13,7 Mio. Nächtigungen. Die Zahl der Gäste insgesamt bilanzierte positiv und konnte mit 14,1 Mio. Ankünften um 0,5 Prozent zulegen. Ausschlaggebend dafür war das Inländerplus von 2,6 Prozent auf 4,2 Mio. Die Zahl der ausländische Gäste sank um 0,4 Prozent auf 9,8 Mio.
Deutschen blieben aus
Den stärksten Rückgang gab es bei den deutschen Gästen. Die Zahl der Nächtigungen aus Deutschland schrumpfte um 6,1 Prozent oder um 1,6 Mio. auf 24,2 Mio. Nächtigungen. Auf das nächtigungsstärkste Herkunftsland Deutschland entfallen rund 53 Prozent der Ausländernächtigungen in heimischen Tourismusbetrieben. Der Rückgang bei den deutschen Nächtigungen hat bereits in der Wintersaison 2001/02 begonnen und sich kontinuierlich fortgesetzt.
Die letzten zehn Jahre
Im 10-Jahres-Rückblick zeigt sich, dass die Winternächtigungen zwar erstmals seit 1996/97 wieder rückläufig sind, aber während der vergangenen 10 Jahre um rd. 11 Mio. gesteigert werden konnten. Die Zahl der inländischen Gäste erreicht mit 14,1 Mio. einen neuen Höchstwert, vor 10 Jahren lag der Wert erst bei rd. 10 Mio. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer ist weiter rückläufig und erreicht mit 4,2 Tagen einen neuen Tiefstwert: Vor 10 Jahren blieben die Gäste noch durchschnittlich 5 Tage. Die Zahl der deutschen Gästenächtigungen ist mit 24,2 Mio. in etwa mit jener vor 10 Jahren (24,8 Mio.) vergleichbar, wobei der Winter 2001/02 mit 27,0 Mio. sehr nahe an den Spitzenwert der Wintersaison 1992/93 (27,2 Mio.) herankam.
Das Jahr 2007
In den ersten vier Monaten des Jahres 2007 wurden insgesamt 47,5 Mio. Übernachtungen registriert, was gegenüber der Vorjahresperiode einem Minus von 2,2 Prozent entspricht. 78,4 Prozent der Nächtigungen (37,2 Mio.) entfallen auf ausländische Gäste (minus 2,4 Prozent gegenüber Jänner bis April 2006), 21,6 Prozent (10,3 Mio.) auf inländische Gäste (-1,5 Prozent). Das Nächtigungsaufkommen in Hotels der gehobenen Kategorie (5/4 Stern) nahm weiter zu (plus 1,2 Prozent); deutsche Gäste nächtigten um 6,7 Prozent weniger als im Jänner bis April 2006. (apa/red)
