Züge sind ab sofort rauch- und qualmfrei:
ÖBB folgen somit dem europäischen Trend
- 93% der Passagiere für generelles Rauchverbot
- Seit Oktober 06 gilt ein Rauchverbot in Speisewägen

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Fast überall zumindest partielle Rauchverbote
In Zügen der ÖBB darf ab sofort nicht mehr geraucht werden. 600 bisherige Raucherwaggons werden damit zur qualmfreien Zone, sagte ÖBB-Chef Martin Huber. Man richte sich damit einerseits nach den Wünschen der Fahrgäste, die sich bei einer Befragung im Mai zu 90 Prozent für Züge ohne Qualm ausgesprochen hätten. Andererseits folge man einem internationalem Trend.
In der Schweiz und Italien werde in Zügen immerhin schon seit Jahren nicht mehr geraucht. Die ÖBB nehmen nun die Umstellung der Deutschen Bahn am 1. September zum Anlass, um zeitgleich ihr Züge zur rauchfreien Zone zu erklären. Eine wichtige Rolle spiele dabei auch das international vernetzte Reservierungs-System, erklärte Huber.
Plätze in Raucherabteilen meist frei
Zudem seien Plätze in Raucherabteilen zuletzt immer häufiger frei geblieben und nur mehr in geringem Maße gebucht worden. Die Sitzplatz-Kapazität soll nun wieder besser genutzt werden können, so Huber. 600 Waggons werden bis Ende Oktober speziell gereinigt, die Raucher-Schilder entfernt.
Kdolsky begeistert
Vom Vorstoß der ÖBB begeistert zeigte sich Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky bei dem Pressetermin. Rauchfreie Züge seien "ein nächster großer Schritt in der Umsetzung des Nichtraucherschutzes und der Eindämmung des Rauchens", so die Ressortchefin. Um eine Akzeptanz machte sie sich keine Sorgen: Im Flugzeug würden es Passagiere immerhin auch stundenlang ohne Glimmstängel aushalten. Auch in Nahverkehrszügen der ÖBB sei das Rauchverbot bereits seit mehr als 15 Jahren in Kraft, ergänzte Huber.
Zurückaltung mit Strafen
Wer ab morgen dennoch mit brennendem Glimmstängel im Zug erwischt wird, werde zunächst von ÖBB-Mitarbeitern "höflich darauf aufmerksam gemacht", sagte Huber. Mit Strafen wolle man sich zurückhalten. "Wir rechnen nicht mit Problemen", meinte er. Sollten sich Verstöße auch noch nach einem zwei- bis dreimonatigen Beobachtungszeitraum häufen, werde man über die Einführung einer Geldbuße - ähnlich wie beim Nichtbeachten des Qualmverbots auf Bahnhöfen (40 Euro) - nachdenken. In einem halben Jahr wollen die ÖBB eine vorläufige Bilanz zur Umstellung ziehen.
Um Fahrgäste über die Neuerung zu informieren, werden Folder auf allen großen heimischen Bahnhöfen verteilt, kündigte Huber an. Zudem werde auf Plakaten und im Internet darauf hingewiesen.
(apa/red)
