Freitag, 25. Mai 2007

Fachzeitschrift warnt Frauen vor Schön- heitsoperationen im heiklen Genitalbereich!

  • Kurios: Genitoplastik soll "kindlichen" Look erzeugen!
  • Kritik: Weibliche Komplexe werden stark ausgenutzt!

Eine massive Warnung vor dem jüngsten Renner der plastischen Chirurgie hat die renommierte Fachzeitschrift British Medical Journal veröffentlicht: Eindringlich sprach sich das Fachblatt in seiner jüngsten Ausgabe gegen Schönheitsoperationen an den weiblichen Genitalien, auch unter dem Schlagwort "Designer-Vagina" bekannt, aus.

Bei solchen Eingriffen werden meistens die äußeren Schamlippen verkleinert, aber auch Haut oberhalb der Klitoris entfernt oder die gesamte Vagina verkürzt. Die Autorinnen des Artikels kritisierten, dass Schönheitschirurgen die weiblichen Komplexe schamlos ausnutzten, aber über die Risiken eines solchen Eingriffs keine Auskunft gäben.

Pornographie als Vorbild
Die Frauen erwarteten von der so genannten Genitoplastik die Schaffung einer abgeflachten Vulva, die dem kindlichen Look der Fotomodelle in westlichen Modezeitschriften entspreche. Oft kämen sie mit "Vorlagen" zum Chirurgen, die häufig aus pornographischen Zeitschriften stammten und sehr wahrscheinlich digital verändert worden seien, heißt es in dem Artikel weiter.

Unzufriedener Lebensstil
Bei einer nicht repräsentativen Befragung von Patientinnen in britischen Krankenhäusern gaben die Frauen vor allem Einschränkungen in ihrem Lebensstil als Gründe für den Eingriff an. "Sie meinten, dass sie keine engen Kleider tragen könnten, sich nicht an den Strand trauten oder beim Radfahren Probleme hätten", schrieben die Autorinnen, eine Gynäkologin und eine Psychologin.

Warnung
Obwohl präzise Statistiken nicht vorlägen, sei ein Trend unverkennbar, stellten sie fest. Allein der staatliche britische Gesundheitsdienst habe in den Jahren 2004 bis 2005 insgesamt 800 Schamlippenreduktionen vorgenommen, sechs Mal so viele wie im gleichen Zeitraum sechs Jahre zuvor. Wie viele privat finanzierte Eingriffe es gebe, sei unbekannt. Auch über die Spätfolgen einer solchen Operation lägen keine Daten vor. Unter anderem warnten die Autorinnen, dass durch einen derartigen Eingriff die dort liegenden Nerven beschädigt und die sexuelle Erregbarkeit der erogenen Zonen eingeschränkt werden könnten. (apa)

25.5.2007 09:39