Montag, 21. Mai 2007

Ruhige und erholsame Nächte für Frauen: Studie: Ohne Mann geht`s viel einfacher!

  • Innere Uhr von Frauen tickt völlig unterschiedlich!
  • Mehr Sex sorgt für angenehmeres Schlafverhalten!

Frauen schlafen ohne ihren Partner weitaus besser. Bei Männern verhält es sich genau umgekehrt: Ihr Schlaf ist ruhiger und erholsamer, wenn sie die Nacht neben ihrer Partnerin verbringen. Das zeigt eine neue Studie des Verhaltensbiologen John Dittami von der Universität Wien. Sex wirkt sich positiv auf den Schlaf aus, sowohl bei Männern als auch bei Frauen.

Für die im Fachjournal "Sleep and Biological Rhythms" publizierte Studie hat Dittami gemeinsam mit Gerhard Klösch und Josef Zeitlhofer von der Universitätsklinik für Neurologie der Medizinischen Universität Wien zehn heterosexuelle Paare (unverheiratet, kinderlos, zwischen 21 und 31 Jahre alt) in ihrem Schlafverhalten beobachtet.

Schlafverhalten im Test
Von den insgesamt 249 beobachteten Nächten wurden 123 alleine verbracht und 126 gemeinsam. Untersucht wurde sowohl das subjektive Schlafempfinden der Testpersonen als auch die objektive Schlafqualität anhand des Bewegungsmusters während der Nacht, das Auskunft über Schlafstrukturierung und -qualität liefert, so Dittami im Gespräch mit der APA.

Lieber allein
"Sowohl die subjektive Einschätzung als auch die Daten am Messgerät zeigten uns, dass Frauen in ihrem Schlafverhalten auf die Anwesenheit eines Bettpartners wesentlich sensitiver reagieren als Männer. Diese hingegen schlafen wiederum schlechter ohne Partnerin. Mit Partnerin kam es sogar zu einer wesentlichen Verbesserung objektiver und subjektiver Schlafparameter, wie Nächte ohne Wachphasen oder ein munteres Gefühl in der Früh", so Dittami.

Mehr Sex
Vorteilhaft für beide Geschlechter ist Geschlechtsverkehr. In den 67 Untersuchungsnächten, in denen sexueller Kontakt stattfand, wirkte sich das sowohl bei Frauen als auch bei Männern positiv auf den Schlaf aus, sagte Dittami.

Ur-Instinkte
Der Verhaltensbiologe vermutet, dass die Schlafstörungen von Frauen evolutionär bedingt sind. "Die Frau reagiert auf den Mann. Sie ist auf jede Bewegung empfindlich", so der Wissenschafter, der damit Bezug auf den niedrigeren Schwellenwert für Umweltreize der Frauen nimmt, weil sie für den Nachwuchs sorgen müssten. Dittami verweist zudem auf die Sozialisierung von Schlaf: Generell war das Schlafen in Gruppen vom Urmenschen bis zum modernen Menschen die Regel. Erst mit der Entstehung von Privatheit und Intimität als sozial akzeptierte Verhaltensnormen entwickelte sich das für moderne Industriegesellschaften typische Paarschlafverhalten. Das Doppelbett ist also eine relativ junge Erfindung, die auf einige westliche Kulturen begrenzt ist.

Männer als "Rüpel"?
Dittami: "Der Mann besitzt diese Empfindlichkeit - etwa für Bewegungen des Nachwuchs - nicht. Er reagiert auf den Paarschlaf wie auf einen Gruppenschlaf, in dem er sich besonders sicher fühlt." Der Gruppenschlaf, meint der Forscher, würde auch den Frauen Sicherheit geben, "wenn nur das Bett größer wäre". (apa/red)

21.5.2007 14:37