Chvatal - Fusion von Drei und One nötig:
T-Mobile-Chef rechnet mit sinkenden Tarifen
- Hohe Marktsättigung für Branchenwachstum kritisch

·"Mr. Magenta" nach seinem Dienstantritt
E-MEDIA: Der neue Boss von T-Mobile im Gespräch
·Handys in Österreich werden neu "verteilt"
Exklusiv-Vertriebspartner
für heimische Provider
·"3" wird 4 und setzt weiterhin auf Qualität
Thoma will Marktführer- schaft bei UMTS behalten
Der neue Chef des zweitgrößten österreichischen Mobilfunkanbieters T-Mobile Austria, Robert Chvatal, hofft offenbar auf ein Zusammengehen der zwei verbliebenen kleineren Konkurrenten One und "3" (Hutchison). "Eine Konsolidierung ist notwendig oder die Branche wird stagnieren", sagte Chvatal in seiner ersten Pressekonferenz knapp drei Monate nach seinem Antritt.
Heuer würden in Österreich schon sieben von zehn Gesprächsminuten über das Handy abgewickelt, in Deutschland seien es erst drei von zehn Minuten. Die Marktsättigung mit Handys in Österreich liege schon bei 113 Prozent, ein Fünftel der Österreicher habe schon mehr als ein Mobiltelefon. "Daran sieht man klar, dass das Potenzial weiter zu wachsen begrenzt ist", erklärte der T-Mobile-Austria-Chef.
Weiterhin sinkende Preise?
Nach einem Umsatzrückgang des Branchenumsatzes um 1,1 Prozent 2006 rechnet er heuer damit, dass die Umsätze aller Mobilfunker zusammen noch stärker um 3 bis 4 Prozent zurückgehen werden. Das heißt für die Kunden: Die Mobilfunk-Preise in Österreich dürften noch weiter sinken. Chvatal rechnet damit, dass der Preisdruck alleine "eine weitere Konsolidierung auslösen sollte".
Einfachere Tarife, bessere Werbung
Auf starke Kundenzuwächse hofft T-Mobile bei mobilen Internet-Angeboten und im Geschäftskundenbereich, wo das Unternehmen dem Hauptkonkurrenten, der A1, wörtlich "Knebelverträge" vorwirft. Außerdem will T-Mobile in der Werbung besser werden. "Wir waren bisher in der Werbung nicht überzeugend genug", räumte Chvatal ein.
Erster Schritt: neue einfachere Tarifmodelle, die T-Mobile "Fairplay" nennt, und die etwa für einen fixen Paketpreis von 25 Euro jeweils 1.000 Minuten netzintern, ins Festnetz und zur Sprachbox und weitere 1.000 Minuten in alle übrigen Mobilfunk-Netze beinhalten. SMS, Telefonieren im Ausland und Datenübertragung kosten extra. Dadurch kommt T-Mobile auch mit dem neuen Paketpreis annähernd an den bisherigen durchschnittlichen monatlichen Kundenumsatz heran. Gratis-Handys soll es vorerst auch mit den neuen Tarif-Paketen geben. Ob das auch noch nach Inkrafttreten der neuen EU-Roaming-Verordnung so bleiben wird, wird laut Chvatal der Markt entscheiden.
Keine weitere Zusammenführung geplant
Ob T-Mobile selbst nach der Übernahme von tele.ring im Vorjahr noch weitere Zukäufe plane, wollte der neue Österreich-Chef der Deutsche-Telekom-Tochter nicht beantworten: "Wir haben genug mit der Zusammenführung von T-Mobile Austria und tele.ring zu tun. Fusionen und Übernahmen sind Sache von T-Mobile International." (apa/red)
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