Tagtäglich 280 neue Schädlinge im Web:
Viren immer besser im System verborgen
- "Software-Duelle" meist zu Lasten der Ressourcen
- Kaspersky Lab entwickelt neue Schutzmaßnahmen

·90 Prozent aller E-Mails sind nur Spam
Ungewollte Nachrichten in einem Jahr verdoppelt
·2007: Neue Webviren weiter im Vormarsch!
Experten warnen vor Erpressungsversuchen
Viren, Trojaner, Rootkits und wie sie alle heißen - täglich werden wir von ihnen überschwemmt und wenn sie unseren Rechner nicht lahm legen, dann hat das nicht nur mit einer guten Schutzsoftware zu tun, sondern jedenfalls auch mit ein bisschen Glück: Immerhin werden schließlich 280 neue Schadprogramme täglich neu kreiert und ins Netz geschickt.
Kein Wunder also, dass es für die Virenschützer zunehmend schwieriger wird, schnell genug zu reagieren. "Es ist ein Hase-Igel-Spiel", sagte Andreas Lamm, Geschäftsführer von Kaspersky Lab, bei der Präsentation einer neuen Schutzsoftware in Wien.
Schädlinge auf Tauchgang
Im Moment besonders gefährlich sind laut Experten Trojaner-Programme, die auf den Diebstahl von Anwenderdaten spezialisiert sind. Auch der Trend zum Schulterschluss zwischen Virenschreibern und Spammern setzt sich fort, wodurch infizierte Computer nicht nur zur Organisation neuer Epidemien genutzt werden können, sondern auch zum Versand von Spam. E-Mails und Schwachstellen im Browser sind dabei die neuralgischen Punkte des Heimsystems. Die größte Herausforderung für die Schutzsoftware sei die zunehmende Fähigkeit der Schadprogramme, ihre Anwesenheit im System zu verbergen, erklärte Lamm.
Neue Quarantäne-Methode ab Juni
Hatte es früher gereicht, neue, bekannt gewordene Viren zu einer Liste von Signaturen hinzuzufügen und zu blocken, müssen die neuen Versionen von Virensoftware möglichst schnelle Erkennungsmethoden anwenden, um auch unbekannte Programme rechtzeitig als schädlich identifizieren zu können. Die 7.0 Version von Kaspersky Lab, die ab Juni erhältlich ist, enthält dafür eine spezielle Entscheidungslogik. Dabei wird die fragliche Software in einer geschützten Umgebung ausgeführt und beobachtet. Verursacht sie dort abnormales Verhalten, wird sie als schädlich betrachtet.
Unbeabsichtigter Ressourcen-Fraß
Die natürliche Folge von immer komplizierteren Schad- sowie Schutzprogrammen, ist allerdings höhere Systembelastung. Der Nutzer muss sich also schon bei aktueller Virensoftware entscheiden: Tiefenwirksamer Schutz oder Rechenleistung? Dreht sich die Spirale von Angriff und Abwehr weiter - und das wird sie - könnten unsere Computer bald mehr damit beschäftigt sein, sich selbst zu schützen, als mit der Ausführung unserer Wünsche.
Das richtig Böse kommt erst...
Für den Moment gab Andreas Lamm aber noch Entwarnung. Einmal am Tag einen gründlichen Virencheck durchzuführen und ständig im Hintergrund nur eine abgespeckte Schutzeinsteinstellung zu wählen, reiche im Normalfall aus. Und sollte doch was passieren, enthalten viele neue Virenprogramme eigene Boot-CDs, mit denen der Computer wieder gestartet und meist repariert werden kann. (apa/red)
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