Montag, 21. Mai 2007

Dünne LED-Displays bald auf Kreditkarten?
Riesiges Einsatzgebiet für Licht der Zukunft

  • Technologie könnte bis Jahresende in Serie gehen

Das texanische Unternehmen Agilight hat hauchdünne LEDs entwickelt, die es in Kreditkarten einbauen will. Ein derartiges LED-Display auf der Plastikkarte könnte beispielsweise dynamische Sicherheitscodes anzeigen, die als zusätzliche Betrugs-Hürde im Online-Zahlungsverkehr dienen können, berichtet das Branchenportal Cnet.

Betrüger müssten damit tatsächlich im Besitz der Kreditkarte sein, um einen Kauf zu tätigen - die Kartennummer reicht dann nicht mehr aus. Weitere Anwendungsgebiete sieht Agilight-CEO Bryan Vincent in Spiegeln oder Glasscheiben. Dort platziert sollen LED-Streifen Nachrichten oder Aktienticker anzeigen, sagt Vincent.

Schon bis Jahresende in Serie?
Das LED-Display hat insgesamt etwa die Stärke und Flexibilität von einem Blatt Papier. In der Herstellung schneidet ein Laser winzige Löcher in einen Kupferstreifen. Dort werden die LEDs mit der Größe von zirka 80 Micron eingesetzt. Das Kupferband wird mit Polymer versiegelt und agiert dadurch sowohl als Gehäuse als auch als Leitung. Abgeschaltet sehe das Display wie das Korrekturband einer Schreibmaschine aus, meint Vincent und fügt an: "Wir hoffen, bis Ende des Jahres damit auf den Kreditkarten zu sein."

Effiziente Nummer eins
Durch den Klimawandel, steigende Energiepreise und fallende Herstellungskosten werden für LEDs am Beleuchtungssektor neue Märkte geöffnet. LEDs brauchen weniger Energie als herkömmliche Glühbirnen und machen inzwischen auch Fluorescent-Leuchten in Bezug auf die Lumen-Zahl pro Watt den Rang streitig. "LED ist die effizienteste Lichtquelle der Welt", so Vincent. Zwar kosten LEDs derzeit deutlich mehr als traditionelle Leuchten, die Preise sinken jedoch kontinuierlich. Weiters werde geprüft, wie die LED-Streifen in Handys eingesetzt werden können, um die derzeit als Hintergrundbeleuchtung verwendeten Kaltkathodenröhren zu ersetzen.

Beleuchtung der Zukunft
Agilight erwartet bereits in nächster Zeit einen Einsatz in großem Stil. Beispielsweise plant die US-Handelskette Walmart, die Leuchten in Kühlschränken durch LEDs zu ersetzen. Ein weiterer Einsatzort für LEDs sind Reklameanzeigen. "Neonleuchten verbrauchen eine Menge Strom und enthalten Quecksilber. Eine Ein-Meter-Neonröhre enthält genug Quecksilber, um einen kleinen See zu vergiften", so Vincent. (pte/red)

Quelle: Pressetext

21.5.2007 08:54