Mittwoch, 23. Mai 2007

,Ich war ein Don Juan‘

  • 80 Jahre Helmut Zilk – seine große Lebensbeichte

Zilk – seine Bilanz zum Achziger. Frauen & Seitensprünge, Todeskampf und spätes Glück, Hitlerjugend und Polit-Abrechnung. Plus: Die wichtigsten Bilder seines Lebens.

Am 9. Juni feiert Österreichs letzter Polit-Superstar seinen Achtzi-ger. Bereits am 31. Mai widmet ihm der ORF die Doku „Helmut Zilk – ein Leben im Rampenlicht“ (21.10 Uhr, ORF 2), am selben Tag erscheinen seine Memoiren in Buchform. In NEWS vorab das große Geburtstagsinterview.

NEWS: Herr Zilk, vor gut einem Jahr bereitete man in den Redaktionsstuben bereits die Nachrufe auf Sie vor, heute vermitteln Sie das Bild eines vitalen Jubilars: Wäre es übertrieben, von einem Wunder zu sprechen?
Zilk: Nein, mein Leben, mein Überleben, ist ein Wunder, das aus mehreren Teilen besteht: Erstens gab es da eine höhere Macht, die entschieden hat, dass ich noch bleiben soll. Fast genauso wichtig wie der liebe Gott war aber meine Frau. Sie ist wochenlang an meiner Seite gesessen, hat meine Hand gehalten, mich gestreichelt, mir vorgesungen, mich durch ihre Liebe vom Tod befreit. Dann war da noch die Kunst der Ärzte, die mich in einer siebenstündigen Operation dreimal reanimiert haben. Ich war ja nur noch ein lebender Leichnam, bin wochenlang in Tiefschlaf gelegen und dann mühseligst in die Gegenwart zurückgeholt worden. Das war seelisch und körperlich ein schrecklicher Prozess, die schrecklichsten Dinge meines Lebens sind da im Zeitraffer an mir vorbeigezogen – bis ich genau vor einem Jahr wieder hochgekommen bin. Mit dem eisernen Willen, den ich von meinem Vater geerbt habe. „Du musst stets der Hammer sein, nie der Amboss“, hat er mir immer gesagt.
NEWS: Hat Ihnen dieser Grenzgang die Todesangst genommen?
Zilk: Durchaus, ich habe zum Tod ein unsentimentales Sachverhältnis entwickelt, Staub wird eben zu Staub. Nur so leiden wie im Vorjahr will ich nicht noch einmal. Nein, ich habe keine Angst vor dem Tod, zeitweise hatte ich ihn mir ja sogar herbeigewünscht, richtiggehend gesucht: Irgendwann, als ich physisch schon fast nicht mehr lebte, schlug ich die Augen auf und flehte meinen Sohn an, mir ein Mittel zu geben, das mich von meinem Leid befreit. Nur – in dem Augenblick, als ich erstmals wieder die Kraft hatte, ansatzweise logisch zu denken, habe ich gewusst: Ich darf nicht sterben – meiner Frau zuliebe. Sie hat alles für mich getan, da war es meine Pflicht, dasselbe für sie zu tun.

Das ganze Interview lesen Sie im neuen NEWS

23.5.2007 17:19