Freitag, 25. Mai 2007

"Warmer Käsekuchen": Vranitzky weist Flöttl-Aussagen im U-Ausschuss zurück

  • Ex-Bundeskanzler: "Natürlich habe ich Flöttl beraten"
  • Vranizky ortet in Causa Match Flöttl gegen Elsner

Ex-Bundeskanzler Franz Vranitzky (S) weist Aussagen des im Banken-Ausschuss einvernommenen Investmentbanker Wolfgang Flöttl zurück. Er bleibt dabei: Für die eine Million Schilling Honorar von Wolfgang Flöttl habe er sehr wohl eine Gegenleistung erbracht. "Natürlich habe ich Flöttl beraten. Er ist in mein Büro gekommen, außerdem haben wir miteinander telefoniert. Warum hat er nicht einfach aufgelegt, wenn er nicht mit mir reden wollte?", kontert Vranitzky. Flöttl hatte Vranitzky habe für die Zahlung keine Gegenleistung erbracht.

Flöttls Aussagen vor dem Banken-Ausschuss sind für Vranitzky nicht mehr als "ein aufgewärmter Käsekuchen vom vergangenen September". Nachbemerkung: "Wenn Flöttl ein Honorar zahlt und dann acht Jahre später draufkommt, dass er keine Gegenleistung dafür erhalten hat, dann ist er ein lausiger Kaufmann, der seinen Pflichten nicht nachgekommen ist", so der Ex-Kanzler im "Kurier".

Den Vorwurf der direkten oder indirekten Parteienfinanzierung weist der Ex-Kanzler entschieden zurück: "Das ist doch vollkommener Unsinn. Dieser Vorwurf konnte nie bewiesen werden und er wird auch nie bewiesen werden können, weil es nämlich keine Parteienfinanzierung gegeben hat."

Der Ex-Kanzler ortet in der Causa ein Match Flöttl gegen Elsner im Vorfeld des nahenden BAWAG-Prozesses, der am 16. Juli beginnen soll. "In diesem Match komme ich aber nicht vor", unterstreicht Vranitzky. Flöttl und Elsner sind wegen der BAWAG-Spekulationsverluste angeklagt. Für sie gilt die Unschuldsvermutung.

(apa/red)

25.5.2007 20:34