Verzetnitsch wusste über Verluste seit '98 Bescheid: Graf belastet Ex-ÖGB-Boss schwer
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im Jahr 1922 bis heute
Vorwürfe gegen den früheren ÖGB-Präsidenten Fritz Verzetnitsch hat der Vorsitzende des Banken-U-Ausschusses, Abgeordneter Martin Graf, erhoben. "Ex-ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch wollte uns glauben lassen, er habe erst im Dezember 2000 von den BAWAG-Verlusten im Zuge der Flöttl-Karibik-Geschäfte erfahren", so Graf. "Tatsächlich gab es schon 1998 diesbezügliche Besprechungen, bei denen Fritz Verzetnitsch anwesend war."
Als Quelle für diese Vorwürfe nannte das Büro von Graf auf Anfrage der APA "Niederschriften von staatsanwaltlichen Einvernahmen von ehemaligen BAWAG-Vorständen", die dem Ausschuss vorlägen. Um welche Personen es sich dabei handle wolle man nicht sagen, so ein Mitarbeiter des F-Abgeordneten.
Demnach habe sich laut Graf "das Trio Elsner-Weninger-Verzetnitsch" bereits 1998 dahingehend abgesprochen, dass die zur Verschleierung der Verluste getätigten Neu-Investments unter Verschluss gehalten werden müssen, "um den BAWAG-Eigentümer ÖGB nicht anzupatzen", heißt es in einer Aussendung. Außerdem hätten der ÖGB-Präsident und sein Finanzreferent Günter Weninger sehr gut gewusst, dass sie bei Bekanntwerden der Verluste aus "politischen Gründen" zurücktreten müssten. Im Ausschuss müsse jetzt angesichts der neuen Fakten geklärt werden, wer noch aller im ÖGB Bescheid wusste, so Graf.
Dass ausdrücklich auch Aufsichtsrat und Bankenaufsicht umgangen werden sollten, stellt für Graf die "absolute Konsequenz der Selbstvernichtung" dar. "Wenn ein Vorstandskollege Elsners zu Protokoll gab, dass dieser sich nach seiner Rückkehr von einer USA-Reise angesichts des Verlustausmaßes erschießen wollte, sagt das wohl alles über den Ernst der Lage, der mit Hilfe des ÖGB-Präsidenten vorsätzlich heruntergespielt werden sollte."
(apa/red)
