Zur EURO werden alle Städte Brüder: Host-Cities sollen sich als "Freunde" präsentieren
- "Erfinder" des Public Viewings hat Tipps parat
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Nach einer fünftägigen Visite in Innsbruck hat Gerd Kolbe, Koordinator der WM-Stadt 2006 Dortmund, auf einem Vortrag vor Wirtschafts-Treibenden in der Innsbrucker Olympiaworld und im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur Resümee über seine Eindrücke gezogen. Der "Erfinder" des Public Viewings sah die österreichischen Host-Cities gut aufgestellt, hatte aber doch noch einige Tipps für die EM-Veranstalter parat.
1987 organisierte Kolbe als damaliger Pressesprecher von Borussia Dortmund vor dem Europacup-Spiel seiner Mannschaft gegen Celtic Glasgow das erste Public Viewing. "Gemeinsam mit einem damaligen Polizei-Oberst haben wir das erfunden", erinnerte sich Kolbe. "Wir wollten nur die Fans, die nach Dortmund strömten und keine Karten hatten, in geordnete Bahnen lenken."
Und so sieht Kolbe auch für die EURO in einem Jahr in Österreich und der Schweiz ein großes Potenzial im Public Viewing: "Dort treffen die unterschiedlichsten Leute aufeinander, Fans aus den verschiedensten Nationen, und auch die Einheimischen. Das muss sehr gut vorbereitet sein."
Wobei er die Innsbrucker Location für das offizielle Public Viewing hervorragend findet: "Wir wollten in den zwölf deutschen WM-Städten eine Art Amphitheater schaffen, Innsbruck hat dazu eine natürliche Arena am Bergisel."
Über den EURO-Slogan "Expect Emotions" wollte Kolbe nicht viel sagen, empfahl aber den Veranstalterstädten, sich den WM-Slogan-2006 "Die Welt zu Gast bei Freunden" zu Herzen zu nehmen: "Es geht darum, dass sich die 125.000 Innsbrucker mit dem Projekt identifizieren, dass sie gemeinsam die EURO gestalten und sich darauf freuen. Denn es muss allen klar sein: So ein Großereignis, so ein Fest werden sie Zeit ihres Lebens nicht mehr erleben."
Dabei berichtete Kolbe, der 2002 im Auftrag der Stadt Dortmund den Posten des WM-Koordinators antrat, von anfänglichen Widerständen, wie die Frage nach Lärm- oder Geruchsbelästigungen oder eventuellen Verkehrsbeschränkungen. Nach der WM sei die Stadt und auch die Region zusammengewachsen: "Wir haben ein neues Wir-Gefühl entwickelt." Innsbruck sah der Deutsche aber bereits gut organisiert.
Den österreichischen und Schweizer Host-Cities empfahl Kolbe in seinem emotionalem Vortrag, das Vorbereitungsjahr jetzt ernst zu nehmen: "Da müssen die Vorfreude und die Emotionen unter der Bevölkerung geweckt werden. Da muss sich die Bevölkerung vorbereiten, dass Gäste empfangen werden." Und das soll sich auch auszahlen: Kolbe berichtete von einem globalem Werbewert für Dortmund von 200 Millionen Euro.
(apa/red)










