Montag, 21. Mai 2007

Ried positive Überraschung der BL-Saison: Kraft sieht "Verein-Plafond aber erreicht"

  • Vizemeister-Macher: "Ein Rad greift ins andere"
  • Tiroler betonte den guten Teamgeist im Innviertel

Die positive Überraschung der Bundesliga-Saison 2006/07 heißt SV Ried. Nach der 12. Runde noch auf dem letzten Platz, legten die Innviertler danach einen derartigen Erfolgslauf hin, dass sie das Spieljahr sogar noch als Vizemeister abschlossen und damit für die beste Endplatzierung der Vereinsgeschichte sorgten.

Am Tag nach dem abschließenden 3:2-Sieg in Graz gegen den Absteiger GAK suchte Trainer Helmut Kraft, dessen Klub nach eigenen Angaben über ein Budget von 4,7 Millionen Euro verfügt und damit zu den weniger betuchten Liga-Klubs zählt, nach den Gründen für diesen Husarenstreich. "Wir haben sowohl gute Einzelspieler als auch ein gutes Kollektiv. Ein Rad greift ins andere, es gibt keinen, der sich selbst über andere stellt", sagte Kraft.

Teamgeist als Erfolgsrezept
Der Coach hob auch den Teamgeist hervor, der selbst in der schwierigen Zeit zu Saisonbeginn, als die Rieder durch die Doppel-Belastung mit UI-Cup bzw. UEFA-Cup-Qualifikation gehandicapt waren, intakt blieb. "Es hat damals nie Schuldzuweisungen, sondern nur Fehleranalysen gegeben. Die Mannschaft ist in diese Phase noch enger zusammengerückt", meinte der Tiroler.

Seinen eigenen Anteil am Rieder Erfolg wollte Kraft nicht überbewerten. "Ich sehe mich als Teil des ganzen Teams, und das funktioniert nur dann gut, wenn jeder mit Spaß bei der Sache ist, ohne die Konzentration zu verlieren." Bei aller Bescheidenheit weiß Kraft aber auch über seine eigenen Trainer-Qualitäten bescheid. "Ich bin überzeugt, dass ich meine Arbeit richtig mache und versuche, das auch den Spielern zu vermitteln."

Kraft bei Fans nicht immer beliebt
Im Gegensatz zu seinen Spielern kam Kraft bei den Fans nicht immer an. In der Schwächeperiode im Herbst forderten zahlreiche Anhänger wochenlang seinen Rauswurf. "Aber ich bin kein nachtragender Mensch", betonte der frühere Wacker-Trainer. Dass Fans in der kommenden Saison die Wiederholung der jüngsten Erfolge fordern, glaubt Kraft nicht.

"Wir haben den Plafond erreicht, viel weiter hinauf wird es nicht mehr gehen. Die Fans wissen, dass wir eine außergewöhnliche Saison gespielt haben und es das nächste Jahr vielleicht nicht mehr so funktionieren könnte, und sie wissen es zu schätzen, wenn sich die Mannschaft voll einsetzt. Da können sie auch eine Niederlage akzeptieren", so der Tiroler.

Ex-GAK-Spieler Djokic kommt
Was die Kader-Zusammenstellung betrifft, dürfte einer neuerlich starken Ried-Saison 2007/08 nicht allzu viel im Weg stehen. Auch wenn Sulimani, Seo, Brunmayr, Thomas Eder, Michalik, Angerschmid, Markus Berger und Rendulic den Verein verlassen, hat Kraft dennoch den Kern der Stamm-Mannschaft wieder zur Verfügung. In Ex-GAK-Kicker Djokic wurde bereits ein Stürmer verpflichtet, weiters befinden sich die Rieder noch auf der Suche nach einem Sulimani-Ersatz für die linke Offensiv-Seite sowie nach einem Innenverteidiger und einem zentralen defensiven Mittelfeldspieler. (apa/red)

21.5.2007 14:26