Montag, 21. Mai 2007

In der Stunde des Triumphes: Trapattoni dachte schon an nächste Salzburger Saison

  • Star-Coach: "Titelverteidigung wird nicht einfach"
  • Sportdirektor Oliver Kreuzer will in Salzburg bleiben

"Maestro" Giovanni Trapattoni, der Fußball-Salzburg in der zweiten Saison der Red-Bull-Ära zum ersten Meistertitel geführt hatte, dachte in der Stunde des Triumphes schon an das kommende Bundesliga-Spieljahr. Nach dem 3:1-Heimsieg vor 18.000 Fans im letzten Saison-Spiel gegen Rapid und der Übergabe des Meistertellers meinte der Startrainer, der in seiner Heimat Italien, in Deutschland, Portugal und jetzt Österreich bisher insgesamt 20 Titel angesammelt hat: "Es wird nicht einfach, das zu wiederholen."

Vor dem Auto-Korso in die Salzburger Altstadt und den anschließenden Feierlichkeiten beim "Friesacher" machte sich "Trap" schon Gedanken über die Qualität der heuer klar distanzierten Konkurrenz im kommenden Spieljahr: "Die Gegner werden sicher stärker sein." Der 68-Jährige weiß, worauf es als Titelverteidiger ankommt: "Zweimal hintereinander eine Meisterschaft zu gewinnen, verlangt sehr viel Willen und Stärke. Daher ist es wichtig, auf die Einstellung und den Charakter der Spieler zu schauen."

In der zu Ende gegangenen Saison dürfte der Meistermacher, bis auf wenige Ausnahmen, mit Leistung und Einstellung seiner Profis zufrieden gewesen sein: "Ich danke meinen Spielern. Dieses Jahr war ein großes, wunderbares Jahr." Auch Lothar Matthäus, der deutsche Weltmeister von 1990 an der Seite des Italieners, fand lobende Worte für das Bullen-Ensemble: "Wenn wir attraktiv spielen, dann spielen wir auch erfolgreich. Da müssen wir hinkommen und darauf werden wir auch sehr hart hinarbeiten. "

Vergessen waren da schon die ersten 45 Minuten gegen die Hütteldorfer, in denen Salzburg alles andere als meisterlich agiert hatte. "In der Halbzeit haben wir deutliche Worte gefunden. So, wie wir dann in der zweiten Hälfte gespielt haben, so stelle ich mir Fußball vor", meinte Matthäus, während sein aus Salzburg scheidender Landsmann und Kapitän Thomas Linke den Meisterteller stemmte. Auf die Dienste des 37-jährigen Routiniers werden die Salzburger in Zukunft verzichten.

In Alexander Zickler, der sich mit 22 Volltreffern die Torjägerkrone sicherte, zählt ein weiterer Deutscher und Ex-Bayern-München-Spieler zu den Vätern des Salzburger Erfolges. "Auf dieses tolle Spiel in der zweiten Halbzeit können wir aufbauen. Das gibt uns jetzt auch genügend Grund, um zu feiern", jubelte Zickler, der den Salzburger Torrekord von Oliver Bierhoff (23) knapp verpasste. "Das ist für mich sekundär. Was die Mannschaft heuer erreicht hat, stelle ich darüber."

Der Stürmer denkt so wie sein Trainer schon an die kommenden Herausforderungen, und da in erster Linie an die Champions-League-Qualifikation im Sommer. "Jetzt heißt es, mit einer guten Vorbereitung in diese wichtigen Qualifikationsspiele für die Champions League zu gehen", so Zickler, der mit seinen Teamkollegen in der zweiten Runde (31. Juli/1. August und 7./8. August) einsteigt und wahrscheinlich gesetzt ist.

Mit an Bord des Red-Bull-Dampfers wird dann auch Sportdirektor Oliver Kreuzer sein. Der Deutsche versicherte bei der Meisterfeier: "Ich bleibe sicher." Zum Spiel meinte er: "Die zweite Halbzeit macht Lust auf mehr. In der ersten Halbzeit haben wir das Spiel kontrolliert. Rapid musste in den UEFA-Cup, warum hätten uns wir also den Arsch aufreißen sollen?"

(apa/red)

21.5.2007 14:02