Montag, 21. Mai 2007

Nach Sieg in Hamburg gegen Nadal: Federer
fühlt sich bereit für Triumph bei French Open

  • Schweizer will letzte fehlende Grand-Slam-Trophäe

Roger Federer hat pünktlich vor den am kommenden Montag beginnenden French Open seine alte Dominanz im Tennis-Zirkus wieder gefunden. Der Schweizer triumphierte zum vierten Mal in Hamburg und dabei ausgerechnet gegen den zuvor für ihn auf Sand unbezwingbaren Rafael Nadal (81 Sandplatz-Siege in Serie).

"Ich fühle mich prima vorbereitet. Ich bin bereit für die French Open", sagte Federer nach seinem Finalerfolg und verriet: "Schon gestern Abend habe ich fest an meinen Sieg geglaubt." Auch nach dem verschlafenen Beginn habe er nie gezweifelt. "Ich wusste genau, wie ich gegen Rafa spielen muss", meinte der Weltranglisten-Erste, der sich nach dem frühen Aus in Rom und der Trennung von Trainer Tony Roche mehr als sonst unter Druck gesetzt fühlte.

Doch anders als bei den fünf bisherigen Asche-Partien gegen Nadal, die er alle verlor, konnte Federer diesmal seine geplante Taktik bestens auf dem Platz zur Geltung bringen. "Wie ich spielen muss, wusste ich eigentlich immer. Nur haperte es meist an der Umsetzung. Bei anderen Spielern geht das eigentlich wie von selbst. Gegen ihn muss man sich aber vorher seine Gedanken machen."

Besondere Konzentration sei gefragt, denn Fehler dürfe man sich gegen Nadal noch weniger leisten als gegen andere. Es sei wichtig, gegen den Spanier sofort zu attackieren, denn "er spielt den ersten Aufschlag nur rein", erklärte Federer. "Wenn ich dann noch gut von der Grundlinie aus spiele, dann ist es schwer für ihn."

Dass es so war, gestand der faire Verlierer Nadal unumwunden ein. "Wenn mich einer schlagen kann, dann ist es er", sagte der Mallorquiner. Er schien nach dem Ende seiner "Wahnsinns-Serie" (Federer) von 81 Siegen auf Sand en suite nicht einmal übermäßig enttäuscht zu sein. "Was soll ich sagen? Ich habe gegen die Nummer eins verloren, der einer der besten Tennisspieler der Geschichte ist."

In Paris will der 20-jährige Titelverteidiger den Spieß natürlich umdrehen. "Jedes Spiel ist anders", meinte Nadal, der am Ende vor allem im Kopf müde war. "Körperlich ging es. Aber nach den vielen Matches war ich doch etwas unkonzentriert."

(apa/red)

21.5.2007 15:28