Kleiner Hoffnungsschimmer im Fall Maddie: Polizei hat Beschreibung eines Verdächtigen
- Möglicher Entführer in der Nähe des Hotels gesehen
- Familie veröffentlicht letztes Foto von Madeleine
·Nach wie vor keine Spur von Madeleine
Portugal: Keine Beweise gegen die Verdächtigten
·50 Mio. Besucher auf
'Maddie'-Suchwebsite
Weiter keine heiße Spur in Portugal. VIDEO
·Rowling, Rooney & Co
sammeln für Maddie
Rekordsumme für Suche nach entführtem Mädchen
·Mädchen entführt: Suche abgebrochen
Ermittlungen zum "Fall Madeleine" gehen weiter
·Fall Madeleine: Es gibt erste Verdächtige!
Trio schoss Fotos von Kindern - Großfahndung

Im Fall der entführten Madeleine gibt es einen ersten Hoffnungsschimmer. Die portugiesische Polizei hat erstmals die Beschreibung eines möglichen Verdächtigen herausgegeben. Der 35 bis 40 Jahre alte, weiße Mann soll ein Kind getragen haben oder einen Gegenstand, der aussah wie ein Kind, sagte Chefermittler Olegario Sousa.
Er war am Tag der Entführung um 21.30 Uhr in der Nähe der Ferienanlage an der Algarve-Küste gesehen worden, aus der die Vierjährige am 3. Mai verschwand. Er habe eine schwarze Jacke, eine beige Hose und dunkle Schuhe getragen. Madeleines Eltern sprachen von einer "neuen Entwicklung" in dem Fall.
Letztes Foto veröffentlicht
Drei Wochen nach ihrem mysteriösen Verschwinden haben die Eltern der kleinen Maddie das letzte Foto von ihrer inzwischen vierjährigen Tochter veröffentlicht. Die Aufnahme vom 3. Mai zeigt die Kleine mit weißem Sonnenhut, wie sie fröhlich lächelnd mit ihrem Vater Gerry McCann und ihrer zweijährigen Schwester Amelie am Swimming-Pool der portugiesischen Ferienanlage sitzt - sieben Stunden später ist Maddie spurlos verschwunden.
Maddies Mutter Kate hatte das Foto mit ihrer Digitalkamera geschossen. Die Eltern entschlossen sich nach britischen Zeitungsberichten zu seiner Veröffentlichung aus Angst, das Schicksal ihrer Kleinen könne in Vergessenheit geraten.
Wie "Daily Mirror" und "The Sun" unter Berufung auf enge Freunde der McCanns berichteten, sind die Eltern frustriert über den zähen Fortgang der Ermittlungen. Sie nähmen es nur zähneknirschend hin, dass das portugiesische Gesetz der Polizei verbietet, sie über den Fortgang der Ermittlungen zu informieren.
"Sie wollen mithelfen. Laufend denken sie darüber nach, wie sie die Dinge selbst vorantreiben können. Sie haben das Gefühl, dass einige Prozesse einfach lange dauern und sie über die Entwicklungen nicht informiert werden", sagte ein enger Vertrauter dem "Mirror". Nach seinen Angaben ist auch die britische Polizei nicht völlig im Bild über den Stand der Ermittlungen in Portugal.
Neuerliche Tatort-Untersuchung
Britische Spezialisten untersuchen noch einmal den Tatort der Entführung der vierjährigen Madeleine. Vier Experten arbeiten mit den britischen Ermittlern zusammen, seien aber keine Polizeibeamte. Die Eltern Madeleines hatten weitere Untersuchungen an Ort und Stelle gefordert. Damit wollten sie sicherstellen, dass nichts übersehen wurde, berichtete die englische Nachrichtenagentur PA.
"Die Familie wird sicherlich sehr erfreut sein, dass die Untersuchung in der unmittelbaren Umgebung weitergeht", sagte ein Sprecher der Familie McCann. Die Polizei hatte gut eine Woche nach der Entführung die Untersuchung am Tatort eingestellt.
Wird Maddies Verschwinden bald in Hollywood verfilmt?
Weltweit gingen die Hilfsaktionen zu Gunsten von Maddie weiter. Anlässlich des Internationalen Tags der vermissten Kinder wurde der Londoner Marble Arch mit einem gigantischen Dia von Maddie angestrahlt. Nach Informationen von "Mirror" gibt es derzeit Gespräche mit Warner Bros. über die Ausstrahlung eines Films über Maddie in den Kinos des US-Unternehmens. Laut "Sun" und "Mirror" planen die Eltern eine Tour durch Europa, um über die Suche nach ihrer kleinen Tochter zu berichten. Ein unbekannter Helfer soll ihnen dafür seinen Privatjet zur Verfügung gestellt haben.
Portugiesische Familie erlebte Beinahe-Entführung
Die "Sun" berichtete unterdessen über den Fall einer portugiesischen Familie, deren kleine Tochter vor einem halben Jahr unweit der Ferienanlage an der Algarve-Küste beinahe verschleppt worden war. Mit ihren blonden Haaren und blauen Augen sehe ihre Tochter Carolina dem vermissten britischen Mädchen frappierend ähnlich, sagte Lina Santos dem Blatt. Die 28-Jährige und ihr Mann betreiben in dem Algarve-Städtchen Silves - rund eine halbe Stunde Fahrtzeit von der Ferienanlage in Praia de Luz entfernt - ein Café.
Dort hätten sie am ersten Weihnachtstag gearbeitet, als sie plötzlich gesehen hätten, wie ihre damals dreijährige Tochter mit einem fremden Mann weggegangen sei. "Wir sind schreiend losgerannt. Carolina lief zu uns, der Mann verschwand. Sie erzählte uns, er wollte, dass sie mitkommt, weil er ein anderes kleines Mädchen zum Spielen für sie hätte". Die Eltern meldeten die versuchte Entführung der Polizei. Voller Entsetzen mussten sie nach eigenen Angaben dann vor wenigen Tagen miterleben, wie ein betrunkener Kunde in ihrem Cafe erneut mit der Entführung der Kleinen drohte.
(apa/red)
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