Beratungen in Brünn: Fischer reist heute
zu Zentraleuropäischem Präsidententreffen
- 17 Staatsoberhäupter von Polen bis Mazedonien dabei
- Erörterung von Problemen & Zukunft Zentraleuropas

Bundespräsident Heinz Fischer reist heute zu einem Treffen der Präsidenten Zentraleuropas nach Brünn. Die Staatsoberhäupter aus 18 Ländern gehören diesem Forum an, das jedes Jahr in einem anderen Staat stattfindet. Der Gastgeber, der tschechische Präsident Vaclav Klaus, wird heuer 16 Amtskollegen begrüßen. Der deutsche Präsident Horst Köhler hat sich entschuldigen lassen.
In freundlicher und informeller Atmosphäre wollen die Präsidenten bei diesem Gipfel aktuelle Fragen der Europäischen Union, derzeitige Probleme und die Zukunft Zentraleuropas erörtern. Klaus wird nach tschechischen Medienangaben am Rande des Treffens außerdem mit dem polnischen Staatspräsidenten Lech Kaczynski über den geplanten US-Raketenabwehrschild sprechen. In Tschechien sind dafür eine Radaranlage, in Polen eine Raketenbasis vorgesehen.
Auch Fischer wird am Rande des Gipfels mit Kaczynski reden. Der Bundespräsident wird darüber hinaus bilaterale Gespräche mit seinen Amtskollegen aus Albanien und Serbien, Alfred Moisiu und Boris Tadic, führen. Dabei wird es voraussichtlich um die Beziehung dieser beiden Länder zur EU, die Lage in Südosteuropa und den künftigen völkerrechtlichen Status des Kosovo gehen.
Die Staatschef treffen zuerst zu einer Begrüßungszeremonie auf dem Freiheitsplatz (namesti Svobody) in Brünn zusammen. Nach einem kurzen gemeinsamen Spaziergang ist ein Familienfoto geplant. Nach dem Mittagessen beginnt die Arbeitssitzung auf dem Brünner Messegelände. Danach ergibt sich Zeit für bilaterale Gespräche. Und am Abend besuchen die Präsidenten eine Vorstellung im Mahen-Theater und speisen anschließend zu Abend auf dem Schloss Spielberg (Spilberk).
Der Samstag beginnt mit einer zweiten Arbeitssitzung um 10 Uhr. Nach einer für 11.40 Uhr geplanten Pressekonferenz von Vaclav Klaus und dem mazedonischen Präsidenten Branko Crvenkovski findet ein abschließendes Mittagessen statt.
Die Idee für ein regelmäßiges Treffen der zentraleuropäischen Staatspräsidenten war im Sommer 1993 entstanden, als der frühere Bundespräsident Thomas Klestil seine damaligen Amtskollegen aus Deutschland (Richard von Weizsäcker), Slowenien (Milan Kucan), der Tschechoslowakei (Vaclav Havel) und Ungarn (Arpad Göncz) bei der Eröffnung der Salzburger Festspiele traf. Von Anfang an stand die Annäherung der mitteleuropäischen Staaten an die EU im Mittelpunkt der Beratungen. Im Lauf der Zeit wurde der Teilnehmerkreis ständig ausgeweitet.
Heute gehören der Initiative Albanien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Deutschland, Italien, Kroatien, Mazedonien, Moldawien, Montenegro, Österreich, Polen, Rumänien, Serbien, die Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn und die Ukraine an.
(apa/red)
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