Mittwoch, 23. Mai 2007

Strabag verdreifacht Russland-Aufträge: Von derzeit 1 auf 3 Milliarden Euro erhöht

  • Größtes Projekt betrifft Strabag und "Renova"
  • Haselsteiner: "Vereinbart bevor Deripaska einstieg"

Die österreichisce Baufirma Strabag konnte im Umfeld des Besuchs des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Wien drei Milliardenverträge unterzeichnen. Damit erhöhte sich der Auftragsbestand von 1 auf 3 Mrd. Euro. Doch dies soll dank des neuen Strabag-Partners, des russischen Milliardäs Oleg Deripaska, erst der Anfang einer dynamischen Entwicklung nach oben sein, teilte die Strabag mit. Deripaska, im Aluminiumgeschäft reich geworden, hält seit April 30 Prozent an der Strabag.

Die Strabag betonte, dass die Geschäfte noch ohne das Zutun des neuen Teilhabers an Land geholt wurden. "Wenn wir erst unsere Gespräche mit Deripaska vertiefen, bin ich zuversichtlich, dass da noch vieles an Aufträgen dazu kommen kann", betonte Strabag-Chef Hans Peter Haselsteiner.

Der erste Vertrag ist ein Beratungsabkommen mit der Region Volgograd zum Ausbau der Verkehrsinfrastruktur. Diese soll durch öffentlich-Private-Finanzierung (PPP-Projekt) modernisiert werden. Das erste Großprojekt dabei ist die Umfahrung der Stadt Volgograd. Auftragswert: 600 Mio. Euro. Die zweite Vereinbarung wurde mit der Hotelgruppe Korston Hotels & Malls abgeschlossen. Die Strabag ist dabei Generalunternehmer für vier Hotel- und Einkaufszentrumsprojekte in den Städten Nischni Nowgorod, Lipezk, Astrachan und Moskau. Die Gesamtfläche beträgt 400.000 Quadratmeter, hieß es.

Das größte und langfristigste Projekt wurde mit dem Oligarchen Viktor Vekselberg und seiner Beteiligungsgesellschaft Renova abgeschlossen. Gemeinsam wird demnach bis 2020 ein neuer Stadtteil in Yekaterinburg gebaut. Dieser besteht aus Wohnungen unterschiedlicher Kategorien, Büros und Einkaufszentren mit einem Gesamtvolumen von 16 Mio. Qudratmetern. Das geschätzte Volumen bis 2020 beträgt laut Strabag 25 Mrd. Euro.

Der Umsatz der Strabag in Russland beträgt heuer 400 Mio. Euro. Der Auftragsbestand hat sich mit diesen und anderen Aufträgen aber bereits auf 3 Mrd. Euro erhöht, erklärte Haselsteiner. Die Strabag hat mit rund 53.000 Mitarbeitern im laufenden Geschäftsjahr insgesamt eine Bauleistung von rund 11 Mrd. Euro erwirtschaftet.

Ursprünglich hatte das Unternehmen für heuer einen Börsegang anstatt den Einstieg eines Investors angestrebt. An dem Börsegang soll letzten Meldungen zufolge aber trotz des Einstiegs des russischen Oligarchen Deripaska festgehalten werden.

(apa/red)

23.5.2007 14:36