Wladimir Putin lässt in Wien auch den Rubel rollen: Deals in Milliardenhöhe unterzeichnet
- Abkommen über drei Milliarden Euro abgeschlossen
- PLUS: Gazprom-Chef bestätigt Joint-Venture mit OMV
·Strabag verdreifacht
Russland-Aufträge
Größter Neu-Vertrag mit
Gesellschaft Vekselbergs
·BILDER: Putin auf Staatsbesuch in Wien!
Klicken: Gardeempfang, Hofreitschule und Co.
·Russland wichtigster
Energielieferant für Ö.
59 % der Gas- und 16% der Ölimporte aus Osten
·Russlands Wirtschaft
profitiert vom Ölpreis
Wirtschaftsleistung unter
Putin um 40 % gestiegen
Im Rahmen des Österreich-Besuchs des russischen Präsidenten Wladimir Putin sind in der Wirtschaftskammer (WKÖ) in Wien Abkommen über drei Mrd. Euro und Absichtserklärungen über ein bis zwei Mrd. Euro unterzeichnet worden. Das gab Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl beim russisch-österreichischen Wirtschaftsforum bekannt.
Putin würdigte vor österreichischen und russischen Spitzenunternehmern die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Österreich. Sie schaffe Vertrauen und bilde die Voraussetzung für Zusammenarbeit auch auf anderen Gebieten.
Der russische Präsident betonte die Zuverlässigkeit Russlands bei Gaslieferungen nach Europa. Für die Gaspreise in Österreich sei Russland nur zu einem Drittel verantwortlich, sagte er. Zwei Drittel des Preisanteils würden innerhalb Österreichs entstehen.
Putin warb zudem um die Unterstützung Österreichs für einen Beitritt seines Landes zur Welthandelsorganisation WTO. Österreich und die europäischen Partner müssten daran ein noch größeres Interesse als Russland selbst haben.
Gazprom bestätigt Joint-Venture mit OMV
Der weltgrößte Erdgasmonopolist Gazprom forciert den Einstieg in den österreichischen Markt. Gazprom-Chef Alexei Miller hat in Wien eine Absichtserklärung zur Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit der heimischen OMV unterzeichnet, bestätigte er.
Dabei geht es demnach vor allem um eine Handelsplattform für Erdgas. Darüber sollen 7,7 Milliarden Kubikmeter Gas jährlich an Händler in ganz Europa verkauft werden. Der Verteilerknoten Baumgarten (NÖ) soll ausgebaut werden. "Die Rolle Österreichs als Gas-Verteilerknoten in Europa" werde dadurch verstärkt. Es solle ein "zentraler europäischer Hub" entstehen, erklärte Miller.
Wie hoch der Anteil der Russen an dieser Gesellschaft sein soll, wollten weder Miller noch OMV-Chef Wolfgang Ruttenstorfer erläutern. Hinter den Kulissen hieß es laut "Presse", es handle sich um ein 50:50 Joint-Venture. Wie laut dem Bericht aus Konzernkreisen in Moskau verlautete, strebt Gazprom zudem im Verbund mit der OMV mittelfristig auch den direkten Verkauf von Erdgas an Endkunden in Österreich an.
Russisches Erdgas hat in Österreich laut OMV einen Marktanteil von 55 Prozent. Innerhalb der EU liegt er bei rund 25 Prozent. Die Handelsbeziehungen zwischen dem Erdgasimporteur OMV und der sowjetischen Erdgasindustrie reichen bis ins Jahr 1968 zurück.
Auch RZB und BA-CA schlossen Russland-Deals
Die Raiffeisen Zentralbank (RZB) und die ZAO Raiffeisenbank Austria in Moskau sind vom russischen Fahrzeughersteller AvtoVaz als Mandated Lead Arrangers für einen syndizierten Kredit beauftragt worden. AvtoVaz plant ein Gesamtfinanzierungsvolumen von 500 Mio. Dollar (371 Mio. Euro), davon 250 Mio. Dollar bereits bis Mitte 2007.
Auch BA-CA hat den Besuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Wien für Deals genützt. Mit der russischen Vnesheconombank (VEB) wurden zwei Kooperationsverträge unterzeichnet - einen Rahmenkreditvertrag für Exportfinanzierungen sowie einen Kooperationsvertrag für Umweltschutz-Investitionen im Rahmen der Kyoto-Ziele.
(apa/red)
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