"Einige kleine Gegengeschäfte" zu Jets bestätigt: Ausmaß geringer als angenommen
- Pankl Racing Systems bekam kleinere Aufträge
- Bisher Gegengeschäfte von 888 Mio. Euro anerkannt

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Der steirische Luftfahrt- und Rennsport-Ausrüster Pankl Racing Systems bestätigt nun doch, Gegengeschäfte im Zusammenhang mit dem Eurofighter-Kauf getätigt zu haben - allerdings in deutlich geringerem Ausmaß, als ursprünglich angenommen. Pankl-Vorstandsdirektor Wolfgang Plasser beziffert das derzeit absehbare Gegengeschäftsvolumen für seine Firma im Gespräch mit der APA mit insgesamt rund 5,3 Mio. Euro bis 2014. Für die Jahre 2005 und 2006 bestätigt wurden davon freilich erst Geschäfte im Wert von rund 520.000 Euro.
Stefan Pierer, Chef des Pankl-Mehrheitseigentümers KTM, hatte zuletzt gesagt, er könne bei Pankl Racing "kein Geschäft finden, das auf Grund des Eurofighters zu Stande gekommen wäre". Laut Vorstandschef Plasser hat Pankl bisher freilich drei Gegengeschäftsbestätigungen im Zusammenhang mit dem Eurofighter abgegeben - und zwar für die Lieferung einer Heckrotorwelle für den Eurocopter-Hubschrauber "Kolibri" und für eine Triebwerkswelle des Turbinenherstellers MTU für den Airbus A400.
Einen Widerspruch zu Pierers Aussagen sieht Plasser allerdings nicht. Denn das Gegengeschäftsvolumen sei angesichts des Gesamtumsatzes seiner Firma relativ gering: Der Eurocopter-Auftrag werde bis 2014 insgesamt voraussichtlich 4,4 Mio. Euro ausmachen (bestätigt wurden bisher 360.449,90 Euro für das Jahr 2005) und der MTU-Auftrag betrage derzeit überhaupt nur 900.000 Euro bis 2010 (davon bereits bestätigte 58.117,59 Euro für 2005 und 104.985 Euro für 2006). "Für eine 100 Mio. Euro Firma ist das nicht kriegsentscheidend", so Plasser.
"Es hat einige kleinere Geschäfte gegeben. Dass wir da als der große Profiteur da stehen, das entspricht nicht ganz der Realität", betont Plasser. Außerdem schließt der Pankl-Chef aus, dass seine Firma die Aufträge ausschließlich auf Grund des Eurofighter-Kaufes bekommen haben könnte. Die Gegengeschäfte seien zwar "kein Nachteil", aber de facto entscheide sich ein Auftrag über die Qualität und den Preis: "Das sind sehr professionelle Einkäufer, die in erster Linie schauen: Kann die Firma das technologisch und passt der Preis?"
Die Aussage, wonach Pankl auf zehn Jahre verteilt Gegengeschäfte von 35 Mio. Euro lukrieren kann, stammt übrigens von Plassers Vorgänger Ernst Wustiger, der das Unternehmen bis Ende Jänner 2007 geleitet hatte und auf einem ÖVP-Regierungsticket im ORF-Stiftungsrat sitzt. Wustiger habe diese Zahl auf Basis von "sehr optimistischen Vorschauen" genannt, sagt Plasser.
Bisher Gegengeschäfte von 888 Mio. Euro anerkannt
Im Zusammenhang mit dem Kauf der 18 Eurofighter hat sich der Hersteller der Kampfjets, die Eurofighter Jagdflugzeuge GmbH, verpflichtet, binnen 15 Jahren Gegengeschäfte im Wert von vier Mrd. Euro für österreichische Unternehmen zu Organisieren. Das entspricht etwas mehr als dem zweifachen Kaufpreis für die Jets. Bisher anerkannt wurden nach Angaben des Wirtschaftsministeriums Gegengeschäfte im Wert von 888 Mio. Euro.
Demnach haben im Jahr 2003 87 österreichische Unternehmen Eurofighter-Gegengeschäfte im Wert von 189,9 Mio. Euro abgewickelt, 2004 waren es 110 Unternehmen mit einem Volumen von 297,5 Mio. Euro und 2005 109 Unternehmen mit einem Auftragsvolumen von 400,2 Mio. Euro. Das von Eurofighter eingereichte Geschäftsvolumen war übrigens deutlich größer - als Gegengeschäfte genannt wurden von 2003 bis 2005 Aufträge im Wert von über 1,2 Mrd. Euro, als Gegengeschäfte anerkannt wurde jedoch nur die oben erwähnten 888 Mio. Euro.
Das Gegengeschäftsvolumen für das vergangene Jahr 2006 muss Eurofighter bis 31. Mai einreichen, danach hat das Wirtschaftsministerium 120 Tage Zeit, die Angaben des Eurofighter-Herstellers zu Prüfen. Als Gegengeschäfte anrechenbar sind dabei nicht nur Aufträge von Eurofighter und EADS an österreichische Unternehmen, sondern etwa auch Aufträge von deren Partnerfirmen und Zulieferern sowie von diesen Firmen vermittelte Aufträge.
Um als Gegengeschäft angerechnet zu werden, muss es sich bei einem Auftrag entweder um ein "Erstgeschäft" mit dem jeweiligen Gegengeschäftspartner handeln oder der Auftragswert muss den Durchschnittswert der letzten drei Jahre überschreiten. Außerdem muss die Wertschöpfung in Österreich erfolgen.
(apa/red)
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