Dienstag, 29. Mai 2007

Ausnahmezustand auf Österreichs Straßen: Pfingstwochenende forderte 20 Todesopfer!

  • Trauriger Rekord: Elf Unfalltote in der Steiermark
    Zu hohes Tempo: Crashes vor allem im Nahverkehr
  • PLUS: Hälfte der Kinder fährt ungesichert im Auto mit

Ausnahmezustand auf Österreichs Straßen: Die Anzahl der Toten im heurigen Pfingstverkehr ist auf 20 gestiegen. Die Steiermark hält mit elf tödlich Verunglückten am verlängerten Wochenende den traurigen Rekord. Vier Tote gab es in Niederösterreich, drei in Kärnten. Je ein Verkehrsteilnehmer starb in Tirol und in Oberösterreich. Im vergangenen Jahr hatte es zu Pfingsten sechs, 2005 neun Tote gegeben.

Der Pfingstverkehr forderte in Kärnten sein 20. Opfer: Bei einem Unfall in der Nacht auf Montag wurde im Norden Klagenfurts ein Pkw in zwei Teile zerrissen, einer der beiden Insassen erlag im LKH Klagenfurt seinen Verletzungen

Das Auto war laut Polizeierhebungen auf der Turracher Bundesstraße bei Wölfnitz mit rund 150 km/h gegen mehrere Bäume gekracht, die Wrackteile lagen in weitem Umkreis verstreut.

Lenker des Unglücksautos war vermutlich ein 19 Jahre alter Kfz-Mechaniker aus Feldkirchen, er wurde aus dem Fahrzeug 25 Meter weit in Richtung angrenzenden Wald geschleudert. Der schwer verletzte Pkw-Besitzer aus Himmelberg gab gegenüber der Polizei jedenfalls an, das Steuer dem Mechaniker überlassen zu haben. Die beiden jungen Männer waren nach einem Discobesuch auf dem Heimweg gewesen.

Mit Pkw gegen Brückenkopf gekracht
Ein weiterer Unfall wurde aus Oberösterreich gemeldet: Ein 19-jähriger Vertragsbediensteter fuhr im Bezirk Grieskirchen mit dem Wagen seines Vaters auf der L1205 aus Richtung Kimpling kommend in Richtung Wendling. Dabei kam er laut Polizei rechts von der Fahrbahn ab und stieß mit der Fahrerseite des Pkws gegen einen Brückenkopf. Der Lenker erlitt schwere Verletzungen, denen er im Krankenhaus Grieskirchen erlag.

Zuvor war im niederösterreichischen Bezirk Scheibbs ein Moped von einem Pkw erfasst worden, wobei der 17-jährige Lenker des Zweirads ums Leben kam.

Ebenfalls war in der Steiermark ein Lenker auf der Pyhrnautobahn (A9) gegen das Südportal des Selzthaltunnels (Bezirk Liezen) geprallt. Der Lenker des Kleinbusses war auf der Stelle tot. Die A9 war wegen des Unfalls zwischen Rottenmann und Selzthal nur einspurig befahrbar.

Auto in zwei Teile gerissen
Überhöhte Geschwindigkeit war der Auslöser für den dritten tödlichen Unfall in Kärnten an diesem Wochenende. Zwei junge Männer gerieten auf der Heimfahrt von einem Disco-Besuch mit ihrem Pkw in Wölfnitz bei Klagenfurt auf der Turracher Bundesstraße (B95) ins Schleudern, worauf der Wagen gegen eine Baumgruppe stieß und in zwei Teile gerissen wurde.

Ein 19-Jähriger, der vermutlich am Steuer gesessen war, erlag im Laufe des Montags im LKH Klagenfurt seinen schweren Verletzungen. Sein 20-jähriger Mitfahrer wurde mit schweren Verletzungen dorthin eingeliefert. Laut Polizei war der Pkw mit rund 145 km/h unterwegs gewesen, die erlaubte Höchstgeschwindigkeit im Unfallbereich liegt bei 80 Stundenkilometern.

Bei den so zahlreichen tödlichen Unfällen in der Steiermark gab es einige Parallelen. Fast all diese Unglücke passierten auf Grund überhöhter Geschwindigkeit, nur in zwei Fällen kam es zu einem Zusammenstoß mit einem entgegenkommenden Fahrzeug. Die Toten kamen alle aus der Steiermark, die meisten Unfälle passierten im Nahverkehr und in den Heimatgemeinden der Opfer.

(apa/red)

29.5.2007 08:53