Plagiatsjäger Weber: Minister Hahn hat in Dissertation "seitenweise abgeschrieben"
- "Da gehört viel böser Wille dazu, das zu unterstellen"
- Doktorvater von Hahn: "Nur gewisse Schlampigkeit"
·Dissertation "seiten- weise abgeschrieben"
Weber erhebt Vorwürfe gegen Minister Hahn
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Der Salzburger Medienwissenschafter Stefan Weber wirft Wissenschaftsminister Johannes Hahn "seitenweises unzitiertes Abschreiben" in dessen Dissertation vor. Er hält Hahn vor, "absolut schlampig gearbeitet" zu haben, so Weber gegenüber der APA. Hahns Doktorvater, Peter Kampits, stellt sich vor den Minister: "Da gehört viel böser Wille dazu, das zu unterstellen." Kampits spricht nur von einer "gewissen Schlampigkeit".
In der Gesamtbeurteilung ist das für Kampits, der sich nochmals die Dissertation Hahns angeschaut hat, "Beckmesserei", wie er gegenüber der APA sagte.
Hahn habe, bevor er Leopold Kohr paraphrasiert habe, zwei Mal auf diesen hingewiesen und auch am Ende dieser Paraphrasierung ein Resümee Kohrs gezogen. Hätte er das nicht getan, "läge die Sache anders", so Kampits. Zudem habe Hahn diese Passagen mit einer Einrückung begonnen, "und nach unserer Zitationsordnung gelten eingerückte Passagen auch ohne Anführungszeichen als Zitate".
Kampits räumt ein, dass diese Einrückung "bei einigen Abschnitten etwas verloren gegangen" sei, das ist "vielleicht eine gewisse Schlampigkeit, die ich aber nicht für gravierend halte". Der Philosophie-Professor verweist auch darauf, dass die "damaligen Zitationsregeln noch lockerer gehandhabt wurden", schließlich habe es damals noch keine Computerisierung gegeben.
"Grundlegende Spielregeln nicht eingehalten"
Laut Weber habe Hahn zwar schon geschrieben, dass er sich mit Kohr beschäftigt habe, dennoch habe der nunmehrige Minister "grundlegende wissenschaftliche Spielregeln nicht eingehalten". Seitenweise sei "abgeschrieben oder leicht umgeschrieben" worden. Diese "absolut schlampige Arbeitsweise" ziehe sich durch die ganze Arbeit hindurch, so Weber, der auch inhaltliche Kritik übt und die Doktorarbeit als "analytisch sehr dünn" bezeichnet. (apa/red)
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