Freitag, 25. Mai 2007

Bergegondel abgestürzt: Ursache des Seilbahnunglücks ist derzeit völlih unklar

  • Noch keine Ursache für den Absturz auszuschließen
  • Ein Toter. Zwei Verletze sind außer Lebensgefahr

Rätselraten herrscht nach dem Absturz eines Bergewagens der Penkenbahn im Tiroler Zillertal. Nach derzeitigem Stand der Untersuchungen könne keine Ursache ausgeschlossen werden, erklärte Erich Zankl von der Bundesanstalt für Verkehr. Bei dem Unglück waren ein Mitarbeiter der Seilbahn getötet und zwei weitere schwer verletzt worden.

Mehrere Sachverständige hatten den ganzen Tag über Untersuchungen am Unfallort in der Gemeinde Finkenberg (Bezirk Schwaz) durchgeführt. Auch die Erhebungen der Polizei waren in vollem Gang. Wann ein Ergebnis vorliegt, war vorerst nicht klar. Der abgestürzte Bergekorb soll im Laufe der kommenden Tage abtransportiert und verwahrt werden. Die Zweiseilumlaufbahn bleibt vorläufig außer Betrieb.

Der Zustand der beiden Schwerverletzten war laut Mitteilung der behandelnden Ärzte der Universitätsklinik Innsbruck stabil. Die 35 und 42 Jahre alten Zillertaler befinden sich außer Lebensgefahr. Sie müssen sich noch weiteren Operationen unterziehen.

Der Unfall hatte sich im Zuge einer routinemäßigen Bergeübung 300 Meter oberhalb der Talstation zugetragen. Die mit den drei Insassen besetzte Bergekabine - eine Art Gitterkorb, der neben den Gondeln fährt und für Evakuierungsmaßnahmen, aber auch für Arbeiten an der Seilbahn eingesetzt wird - stürzte bei der Talfahrt im Asteggertal vor der ersten Stütze 40 Meter in die Tiefe. Ein 29-jähriger Zillertaler starb am Unglücksort. Die beiden anderen Männer erlitten schwere Kopf- und Beinverletzungen. Sie wurden wenig später operiert.

Die Staatsanwaltschaft hatte noch Vorerhebungen gegen unbekannte Täter wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet.

An der Bergeübung der Mayrhofner Bergbahnen waren laut Polizei 20 Seilbahnbedienstete beteiligt. Der Bergewagen mit den drei späteren Opfern wurde an der Stütze 1 auf das Zugseil eingehängt. Mittels Stahlseil, das von einem Windenführer stationär bedient wird, wird der Korb zu Tal gelassen. Mit der Mannschaft in dem Bergewagen wird dabei per Telefon bzw. Funk kommuniziert. Der Korb wurde 500 Meter talwärts gefahren. Anschließend wurde er wieder bergwärts gezogen. Als der Bergewagen an einer Gondel vorbeimanövriert wurde, kam es zu dem Absturz in unwegsames Waldgelände.

Die Penkenbahn - sie ging 1995 in Betrieb und befördert pro Jahr rund 500.000 Gäste - war zum Unfallzeitpunkt wegen Revisionsarbeiten geschlossen. Für Samstag war ursprünglich der Saisonstart geplant. Die Bahn ist rund drei Kilometer lang und führt in das Skigebiet Penken.

(apa/red)

25.5.2007 18:01