Donnerstag, 24. Mai 2007

Freiwilligenheer beliebter als Bundesheer mit Wehrpflicht: Nur 35 Prozent dagegen

  • 56 Prozent für einjährigen Sozialdienst für jeden
  • Neutralität für Österreicher noch immer sehr wichtig

Ein Freiwilligenheer wäre bei den Österreichern beliebter als das derzeitige Bundesheer mit Wehrpflicht. Nach einer Umfrage von IMAS-International fänden 44 Prozent die Einführung eines Freiwilligenheeres eine eher gute Idee, für 35 Prozent wäre das eher keine gute Idee. 21 Prozent konnten sich nicht entscheiden. Männer sind eher für das Freiwilligenheer (47 Prozent) als Frauen (41 Prozent).

Eine absolute Mehrheit von 56 Prozent ist für die Einführung eines einjährigen Sozialdienstes, den jeder junge Mensch vorweisen muss, bevor er eine Anstellung beim Staat bekommt. Nur 25 Prozent halten das für eher keine gute Idee, 19 Prozent wollten sich dazu nicht festlegen. Geradezu begeistert mit einer Zustimmung von 80 Prozent sind davon die Anhänger von FPÖ bzw. BZÖ.

Neutralität wichtig
Die Neutralität wird immer noch von mehr als zwei Drittel der Österreicher hoch gehalten. 68 Prozent wollen sie auch nach dem Beitritt zur EU beibehalten. Nur 17 Prozent halten sie nicht mehr für sinnvoll, 16 Prozent waren unentschieden. Vor allem Anhänger der SPÖ und der Grünen mit je 71 Prozent sind die größten Befürworter der Neutralität. Unter den ÖVP-Sympathisanten sind es 69 Prozent und unter jenen von FPÖ bzw. BZÖ nur 63 Prozent.

EU-Mitgliedschaft spaltet Österreich
Gespalten sind die Österreicher bezüglich der EU-Mitgliedschaft. Jeweils 44 Prozent halten sie für sehr oder ziemlich wichtig bzw. für nicht besonders oder gar nicht wichtig. Personen mit Volks- oder Hauptschulabschluss ist die Mitgliedschaft nur zu 32 Prozent sehr oder ziemlich wichtig, 54 Prozent nicht besonders oder gar nicht wichtig. Bei Personen mit Matura oder Universitätsabschluss sind diese Prozentsätze mit 66 zu 25 Prozent diametral entgegengesetzt. Parteipolitisch findet die EU am meisten Zustimmung bei den Anhängern der Grünen (73 Prozent) und der ÖVP (60). Bei den SPÖ-Anhängern sind es nur 43, bei FPÖ/BZÖ gar nur 27 Prozent. Ähnlich gespalten sind die Österreicher auch bei der Frage, ob der EU-Beitritt dem Land eher Vorteile (36 Prozent) oder Nachteile (37 Prozent) gebracht hat. Unter den 37 Prozent der Österreicher, die durch den EU-Beitritt eher Nachteile sehen, sind 67 Prozent dafür, aus der EU auszutreten; das sind total immerhin 24,8 Prozent.

IMAS-International hat im April 1042 Österreicher über 16 Jahre befragt.

(apa/red)

24.5.2007 10:26