Dienstag, 22. Mai 2007

Fünf brutale Überfälle: Oberösterreicher zu acht Jahren unbedingter Haft verurteilt

  • Mann muss in Anstalt für abnorme Rechtsbrecher
  • 42-Jähriger: "Ich bereue meine Taten zutiefst"

Wegen schweren Raubes ist ein 42-jähriger Oberösterreicher im Landesgericht Linz zu acht Jahren unbedingter Haft verurteilt worden. Er wird zudem in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen. Dem Angeklagten, der sich schuldig bekannte, wurden insgesamt fünf Überfälle in Ober- und Niederösterreich mit einer Beute von knapp 40.000 Euro zur Last gelegt. Die Geschworenen sprachen in in allen Fällen einstimmig schuldig. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

"Ich bereue meine Taten zutiefst", sagte der Angeklagte. Er habe das Geld für seine thailändische Freundin gebraucht, so der gut verdienende EDV-Administrator: "Sie war ein Luxusgeschöpf." Er habe sie geliebt und wollte sie auf keinen Fall verlieren. Drei Banken, eine Autobahnraststätte und ein Geschäft soll der Mann laut Anklage überfallen haben. Die Taten wurden stets mit einer Waffe und einem Pfefferspray verübt.

"Sozialer Suizid"
Gutachter bescheinigten dem 42-Jährigen eine "narzisstische Persönlichkeitsstörung", die nach seiner Scheidung im Jahr 2005 voll zum Ausbruch gekommen sei. Er habe keine Rechnungen mehr bezahlt, sich gehen lassen und "sozialen Suizid" verübt. Mehrere Zeugen, darunter Mitarbeiter der überfallenen Banken, die in der Verhandlung befragt wurden, leiden nach eigener Aussage noch heute unter psychischen Problemen. Sie berichteten von Schlafstörungen und Albträumen.

Der 42-Jährige habe durch seine erfolgreichen Taten eine "gewisse Anerkennung" gewonnen und diese genossen, betonte die Staatsanwältin, die keine Erklärung abgab. Erschwerend sei, dass es sich bei dem Angeklagten um einen Serientäter handelte. Der Verteidiger, der sich drei Tage Bedenkzeit erbat, sagte, dass sein Mandant "blauäugig und blind vor Liebe" gewesen sei und in den vergangenen Jahren "in einer Scheinwelt" gelebt habe. Drei Viertel der Beute habe er inzwischen beglichen.

Nach der Urteilsverkündung entschuldigte sich der Mann unter Tränen bei den Opfern. Er wisse erst jetzt, was er den Menschen damit angetan habe, so der Beschuldigte. Ihm hatten bis zu 15 Jahre Haft gedroht.

(apa)

22.5.2007 18:50