Dienstag, 22. Mai 2007

Opus Dei kämpft um mehr Anerkennung:
Ausstellung zum 50er rollt Geschichte auf

  • "Möchten nicht Lob oder Applaus, sondern Fairness"
  • Durch Bestseller "Da Vinci Code" in Verruf geraten

Das Opus Dei versucht anlässlich seines 50-jährigen Bestehens in Österreich, sein Bild in der Öffentlichkeit zu korrigieren. "Christsein im Alltag" lautet der Titel einer Ausstellung, die in der Krypta der Wiener Peterskirche zu sehen ist. Martin Schlag, Regionalvikar des Opus Dei in Österreich, meint: "Wir möchten nicht Lob oder Applaus, sondern wir möchten Fairness."

Erst in den vergangenen Jahren ist das Opus Dei durch den Bestseller "The Da Vinci Code - Sakrileg" des US-Schriftstellers Dan Brown ins Licht der Öffentlichkeit gerückt worden. Und schon damals hat man sich gegen das Bild, das in dem Buch transportiert wurde, gewehrt. "Wir standen vor der Wahl, entweder den Weg der juristischen Auseinandersetzung einzuschlagen oder den Weg der Kommunikation und des Dialogs", resümierte Schlag. Diesen Weg wolle man nun - auch durch die Ausstellung - weitergehen, allerdings ohne solche "Zitronen".

Weder konservativ noch progressiv
Auch wehrt man sich beim Opus Dei gegen gewisse Kategorisierungen. Man sei weder konservativ noch progressiv, so Schlag, auch keine "innerkirchliche pressure group". "Wir sind eine Institution der katholischen Kirche, deren Ziel es ist, den allgemeinen Ruf zur Heiligkeit zu verbreiten." Man wolle schlicht "ein Instrument im Orchester der Kirche" sein und möglichst viele Frauen und Männer daran erinnern, dass sie Gott dort finden können, wo sie schon sind. Die Bildungstätigkeit des Opus Dei erfolge in Österreich "im besten Einvernehmen mit allen Ortsbischöfen".

Wie das im Alltag aussieht, beschrieb Marina Gudenus, Mitglied des Opus Dei: "Meine Beziehung zu Gott kann nur dann stimmen, wenn ich mich bemühe, eine gute Ehe zu führen." Mutter sein sei daher "Management", etwa wenn sie ihren Kindern helfe, eine gute Einstellung zur Arbeit zu gewinnen. Es genüge nicht "Sonntagschrist" zu sein und "die Religiosität am Sonntagabend wie einen Mantel an den Haken zu hängen".

Wie man mehr solche Christen gewinnen wolle, erläuterte Schlag. "Wir möchten in den nächsten Jahren erreichen, dass in ganz Österreich, auch im ländlichen Bereich, Menschen, die sich dem Opus Dei anschließen wollen, seelsorglich begleitet werden können." Ab Herbst werde sich außerdem die Arbeit in Tschechien und der Slowakei verselbstständigen, bisher wurden diese Länder von Wien aus geleitet. Inzwischen wurde der Aufbau der apostolischen Bildungsarbeit in Rumänien übernommen.

Ausstellung: Entwicklung des Opus Dei in Österreich
Die Ausstellung selbst zeigt auf mehreren Schautafeln die Entwicklung des Opus Dei in Österreich, angefangen beim Besuch des Gründers Josefmaria Escriva in Wien 1955 bis zu dessen Heiligsprechung 2002. Vier Vitrinen ergänzen mit Autographien und Dokumenten die Schau. Ricardo Estarriol, Pionier des Opus Dei in Österreich und Kurator der Ausstellung, erhofft sich damit, Vorurteile abzubauen. Er verglich diese mit dem Warnhinweis "Achtung Lawinengefahr". "Am liebsten wäre es mir, wenn das Schild wegkäme, es ist eh Frühling." (apa/red)

22.5.2007 10:42