Felderer plädiert für Roadpricing: Für alle auf allen Straßen - Vignette "vorsintflutlich"
- "Chance, die Verkehrslawine in Griff zu bekommen"
- Verkehrsminister Faymann gegen Pläne von IHS-Chef

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Nützliche TIPPS rund um das Kleben der Vignette
IHS-Chef Bernhard Felderer sieht im Roadpricing eine Chance, die Verkehrslawine in den Griff zu bekommen. Die Vignette sei "vorsintflutlich". Um das "enorme Potenzial unserer Straßen besser zu bewirtschaften", sollte Roadpricing für alle kommen, kilometer-, aber auch tagesabhängig in unterschiedlicher Höhe für alle Straßen, so Felderer.
Der Verkehr sei in den vergangenen Jahren stark angestiegen, die Kyoto-Ziele würden hier weit verfehlt. Die verursachten Kosten, etwa im Bereich Umwelt, würden noch kaum abgegolten. Und die Verkehrslawine sei jetzt schon da, obwohl "der Osten Europas, die Slowaken, Ungarn bis zu den Ukrainern - die sind 48 Millionen Menschen -, noch kaum motorisiert sind".
Roadpricing wäre technisch leicht zu umsetzen, mit kleinen Sendeeinheiten in den Fahrzeugen. "Der Trick ist, dass verschiedene Straßen verschieden viel kosten. Wer etwa in die Wiener Innenstadt will, muss mehr bezahlen, ebenso wer am Freitagnachmittag auf der Süd-Ost-Tangente fahren will. Nachts kann das Befahren dafür gratis sein. Das wäre volkswirtschaftlich und umwelttechnisch sinnvoll", meinte Felderer.
Verkehrsminister lehnt PKW-Maut ab
Verkehrsminister Werner Faymann hat Plänen, eine flächendeckende PKW-Maut einzuführen, eine Absage erteilt: "Mit der beschlossenen jährlichen Wertsicherung der Vignette, der Erhöhung der Mineralölsteuer um 3 beziehungsweise 5 Cent pro Liter und der Anhebung der LKW-Maut umdurchschnittlich 4,2 Cent pro Kilometer hat die Bundesregierung ein ganzes Maßnahmenbündel für die stärkere Ökologisierung im Straßenverkehr gesetzt. Eine weitere Belastung der Autofahrer lehne ich ab", so Faymann.
In der Aussendung des Verkehrsministers heißt es, bei einer durchschnittlichen Fahrleistung eines PKWs von 10.000 Kilometern pro Jahr ergebe sich ein Mehraufwand von 30 bis 50 Euro pro Jahr. Dazu komme die jährliche Valorisierung der Vignette, die je nach Steigerung des Verbraucherpreisindex ein bis zwei Euro Mehrkosten pro Jahr verursachen werde. "Es ist jetzt an der Zeit, dass der Staat sparsam mit den vorhandenen Steuermitteln umgeht. Um die weitere Zunahme des Verkehrsaufkommens auf den Straßen zu bremsen, braucht es auch andere Maßnahmen wie den Ausbau der Schiene und des öffentlichen Personennahverkehrs sowie die Attraktivierung der Wasserstraßen für den Güterverkehr", so der Verkehrsminister. (APA/red)
