Dienstag, 15. Mai 2007

One steht neuerlich vor Verkauf: Nächster Anlauf für heimischen Handynetzbetreiber

  • KPN, France Telecom, Orascom unter Interessenten
  • Unternehmensprüfung läuft - Einsparungen drohen

Der Handynetzbetreiber "One" steht nach mehreren Anläufen erneut vor dem Verkauf. Der derzeitige Haupteigentümer, der deutsche Energiekonzern E.ON, hat jetzt die zweite Phase im Verkaufsprozess eingeleitet. Ende April seien bereits vorläufige Angebote eingelangt. Nun laufe die vertiefte Unternehmensprüfung (Due Diligence).

Öffentlich sein Interesse an One bestätigt hat zuletzt im Februar nur der niederländische Telekomkonzern KPN, der davor bei tele.ring abgeblitzt war. Ob die Niederländer tatsächlich ein Angebot gelegt haben, ist offen.

Als mögliche Interessenten gelten auch die France Telecom, die über die Tochter Orange mit einem Minderheitsanteil schon seit Jahren an One beteiligt ist, der ägyptische Telekom-Riese Orascom und die Alfa Group des russischen Finanz- und Telekom-Mogulen Michail Friedman. Abgewunken hat dagegen bereits die Telefonica mit ihrem Mobilfunkableger O2.

Über den Wert von One reichen die Schätzungen - je nachdem, welche Seite man befragt - von einer bis 1,5 Mrd. Euro. Ein Verkaufserlös etwa in der Mitte dieser Bandbreite wird in der Branche als "ambitioniert aber denkbar" eingestuft.

Verkaufsberater ist die Investmentbank Goldman Sachs. Die Due Diligence läuft Mitte Juni aus. Danach haben die Interessenten noch zwei Wochen Zeit, ihr letztes Angebot abzugeben, hieß es aus den Kreisen.

One hat zuletzt 2006 trotz eines Kundenzuwachses von zwölf Prozent auf rund 2 Mio. Handykunden Rückgänge bei Umsatz und Ergebnis hinnehmen müssen.

Nach dem Verkauf ist nach Meinung von Branchen-Beobachtern deshalb mit weiteren Einsparungen bei One zu rechnen. 2004 hatte das Unternehmen rund ein Fünftel seiner Belegschaft abgebaut. Zur Zeit hält One bei etwa 900 Mitarbeitern.

(apa/red)

15.5.2007 09:23