Montag, 21. Mai 2007

Milliardenschwere Bankenfusion in Italien perfekt: Unicredit und Capitalia vereint!

  • Führungen beider Firmen stimmte dem Vorhaben zu
  • Damit entsteht zweitgrößtes Kreditinstitut Europas

Die italienische Bank Unicredit, Mutter der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA), übernimmt für knapp 22 Milliarden Euro den heimischen Rivalen Capitalia und steigt damit zum zweitgrößten Kreditinstitut Europas auf. Die Führungen beider Firmen stimmte dem Vorhaben zu. Das neue Schwergewicht hat weltweit 9200 Filialen, 170.000 Mitarbeiter und 40 Millionen Kunden.

Mit einer Marktkapitalisierung von rund 100 Milliarden Euro liegt es in Europa nur noch hinter der britischen HSBC , aber vor der Schweizer UBS . Zur Unicredit gehört auch die Münchener HVB. Die deutschen Banken geraten durch die Fusion weiter ins Hintertreffen.

Unicredit will den Zukauf per Aktientausch abwickeln und bietet dabei 1,12 eigene Aktien pro Capitalia-Papier. Gemessen am letzten Kurs der Unicredit-Aktie von 7,51 Euro wird Capitalia damit mit 21,8 Milliarden Euro (8,41 Euro je Aktie) bewertet.

Unicredit und Capitalia erwarten durch die Fusion bis 2010 Synergieeffekte von knapp 1,2 Milliarden Euro. Unicredit sieht zudem ein kräftiges Gewinnwachstum. Bis 2010 solle der Gewinn pro Aktie um jährlich 17 Prozent steigen, teilte die Bank mit. Die Fusion soll zum vierten Quartal umgesetzt sein. Allerdings werden für den Umbau im Zuge der Fusion auch Einmal-Kosten von 1,1 Milliarden Euro vor Steuern anfallen.

Für die Fusion ist noch die Zustimmung der Aktionäre und der Aufsichtsbehörden nötig. Beide Banken kündigten dazu ein Aktionärstreffen für den Zeitraum Ende Juli/Anfang August an. Die italienische Regierung - namentlich Premierminister Romano Prodi und Wirtschaftsminister Tommaso Padoa-Schioppa - hatte zuletzt bereits ihre Zustimmung zu dem Vorhaben signalisiert.

Unicredit-Chef Allessandro Profumo wird Chef der neuen Bank. Der Vorsitzende des Unicredit-Verwaltungsrats Dieter Rampl behält seine Funktion. Cesare Geronzi, bislang Chef des Verwaltungsrates von Capitalia, wird Rampls Stellvertreter. Capitalia-Vorstandschef Matteo Arpe nimmt seinen Hut.

Der Sektor befindet sich in Europa in einem tiefgreifenden Umbruch. UniCredit selbst hatte 2005 mit dem Kauf der HVB das Startsignal für die Konsolidierung gegeben. Seither gab es unter anderem in Italien mehrere Großfusionen. In den Niederlanden liefern sich derzeit zudem die britische Barclays und ein Konsortium um die Royal Bank of Scotland einen Bieterkampf um ABN Amro. (apa)

21.5.2007 07:30