Österreichs Wirtschaft wächst: BIP liegt im
ersten Quartal um 3,2 Prozent über Vorjahr
- Exporte und Investitionen sorgen für Aufschwung
- Weiterhin Hochstimmung in Industrie und Gewerbe
·Unsere Wirtschaft
ist stark im Kommen
BIP im ersten Quartal um 3,2 Prozent über Vorjahr
·Konjunkturprognose der EU geht nach oben
Brüssel revidiert: 2007 gibt's 2,9 % Wachstum
Die heimische Wirtschaft ist im ersten Quartal 2007 laut Schnellschätzung des Wirtschaftsforschungsinstituts real um 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen. Das entspricht einem Anstieg des BIP gegenüber dem Vorquartal um 0,8 Prozent. Die tragenden Säulen des Aufschwungs waren die Exportwirtschaft und höhere Investitionen.
Während die Stimmung in der Sachgüterproduktion derzeit so günstig wie zuletzt im Jahr 2000 sei, zeige der private Konsum kaum noch Anzeichen einer Belebung, hieß es. Im ersten Quartal betrug der Anstieg gegenüber der Vorperiode real nur 0,3 Prozent. Der Einzelhandel setzte zwar im ersten Quartal deutlich mehr um als im Vorjahr, der schwache Pkw-Absatz und der Rückgang des Brennstoffverbrauchs wegen des milden Wetters (ohne dass die Ersparnis für andere Konsumzwecke verwendet worden wäre) dämpften jedoch das Ergebnis des privaten Konsums.
Deutliche Unterstützung für die Konjunktur kam aus dem Bauwesen. So sind die Bauinvestitionen gegenüber dem Vorjahr im ersten Quartal 2007 real um 9,3 Prozent gestiegen. Die Investitionen in Ausrüstungsgegenstände stiegen zu Jahresbeginn etwas schwächer als in den Vorperioden (erstes Quartal real knapp +0,5 Prozent); das betraf sowohl Fahrzeuge als auch Maschinen und Elektrogeräte.
Warenexport zog stark an
Kräftige Impulse für die Wirtschaft kamen neuerlich vom Außenhandel. Nach einer leichten Verlangsamung des Wachstums im dritten Quartal zog der Warenexport wieder verstärkt an. Im ersten Quartal stieg die Warenausfuhr saisonbereinigt gegenüber der Vorperiode real um 2,5 Prozent. Die Ausfuhr von Dienstleistungen nahm ebenfalls weiter zu, allerdings drückte der milde Winter das Ergebnis im Reiseverkehrsexport.
Die Importe verlieren dagegen seit einigen Quartalen etwas an Expansionskraft. Zu Jahresbeginn betrug der Anstieg real 1,1 Prozent. Weil der Export rascher wächst, weitet sich der Außenbeitrag kontinuierlich aus. Die Einfuhr von Dienstleistungen erhöhte sich gegenüber der Vorperiode real um 0,6 Prozent.
Auf der Produktionsseite verzeichneten die Sachgütererzeugung (real +1,3 Prozent gegenüber der Vorperiode), das Banken- und Versicherungswesen (+1,2 Prozent) sowie das Realitätenwesen (+1,3 Prozent) die stärksten Wertschöpfungszuwächse, die Bauwirtschaft steigerte die Produktion um 0,7 Prozent.
Weiter Hochstimmung in Industrie und Gewerbe
Die Wifo-Konjunkturumfrage zeigt auch eine anhaltende Hochstimmung in Industrie und Gewerbe. 43 Prozent der befragten Unternehmen beurteilen ihre derzeitige Geschäftslage als gut; das ist laut Wifo der höchste Wert seit der Aufnahme dieser Frage in den Konjunkturtest vor 25 Jahren. Die ausgezeichnete Stimmung in der Sachgütererzeugung strahle zunehmend auch auf die unternehmensnahen Dienstleistungen und den Einzelhandel aus.
Die Verbraucher erwarten eine weitere Entspannung auf dem Arbeitsmarkt, aber nur eine leichte Verbesserung ihrer finanziellen Situation. Bei größeren Anschaffungen wollen sie etwas weniger sparsam sein als in den letzten Jahren. Der Einzelhandel verzeichnete im ersten Quartal deutliche Zuwächse, der schwache Pkw-Absatz und der witterungsbedingte Rückgang des Brennstoffverbrauchs wirkten dem jedoch entgegen.
Die Inflationsrate stieg im März geringfügig auf 1,8 Prozent, vor allem weil die Preise von Energie, Nahrungsmitteln und Bekleidung anzogen.
Der Arbeitsmarkt reagierte relativ rasch auf den Konjunkturaufschwung. Im April lag die Zahl der unselbstständig Beschäftigten um 64.700 über dem Vorjahresniveau. Die Unternehmen boten auch zusätzliche Vollzeitstellen an. Dies schlug sich in einem Abbau der Arbeitslosigkeit in den Wintermonaten nieder, der durch das milde Wetter verstärkt wurde. Im April verlangsamte sich der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich merklich (von minus 13.000 nach minus 33.000 im ersten Quartal).
(apa/red)
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