Hunderttausende Euros: Deutsche und britische Manager verdienen am meisten
- Aktuelle Studie: Österreich liegt an der vierten Stelle
- Gehalt wird immer mehr an Firmenerfolg gekoppelt

Top-Manager werden in Großbritannien und Deutschland europaweit am Besten bezahlt, Österreich liegt an vierter Stelle, geht aus einer Studie des Beratungsunternehmens Kienbaum in elf europäischen Ländern hervor. Über alle Unternehmens-Kategorien hinweg bilden bei der Bezahlung von Geschäftsführern (CEO) Deutschland und Großbritannien die Spitzengruppe, gefolgt von der Schweiz, Österreich und Irland.
Der CEO eines großen Unternehmens mit mehr als 1.000 Mitarbeitern verdient demzufolge in Großbritannien durchschnittlich 584.000 Euro, in Deutschland 540.000 Euro, in Irland 514.000 Euro und in Österreich 385.000 Euro im Jahr. Knapp dahinter folgt die Schweiz mit 359.000 Euro.
Der CEO eines Unternehmens mit bis zu 100 Mitarbeitern erhält in Deutschland mit 274.000 Euro europaweit das höchste Gehalt. 202.000 Euro sind noch in Großbritannien möglich. Österreich liegt hier im Mittelfeld mit 162.000 Euro. Deutlich niedriger ist die Vergütung in dieser Kategorie im rangletzten Land Irland (131.000 Euro), gefolgt von Italien (145.000 Euro) und Schweden (153.000 Euro).
Auch in mittleren Unternehmen, die 100 bis 1.000 Mitarbeiter beschäftigen, haben deutsche Geschäftsführer die Nase vorn. Sie verdienen durchschnittlich 349.000 Euro, gefolgt von Großbritannien mit 339.000 Euro, Irland mit 304.000 Euro und Österreich mit 291.000 Euro.
Im Durchschnitt verdienen die CEO von kleinen Unternehmen (bis 100 Mitarbeiter) 164.000 Euro, jene in mittleren (100 bis 1.000 Beschäftigte 265.000 Euro und jene in großen Unternehmen (mehr als 1.000 Mitarbeiter) 359.000 Euro.
Untersucht wurden die Vergütungsangaben von 73.943 Positionen aus insgesamt 3.671 Unternehmen in elf Ländern (Belgien, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Irland, Italien, Niederlande, Österreich, Spanien, Schweden und die Schweiz).
Deutlich gestiegen seien die variablen Vergütungsbestandteile. Das Gehalt werde noch stärker als bisher an den Unternehmenserfolg gekoppelt und diene zur Steigerung der Leistungsmotivation. "Dabei wird die Leistung nicht nur am Erreichen von Unternehmenszielen festgemacht, sondern auch an Kennzahlen aus dem Bereich des Managers, die er unmittelbar beeinflussen kann", so Kienbaum-Geschäftsführer Alexander Preen. Der deutliche Anstieg der variablen Bezüge sei unter anderem durch das Wirtschaftswachstum und die anziehenden Unternehmensgewinne begründet.
In Deutschland und Österreich erhielten 93 Prozent der Geschäftsführer Bonifikationen. In Spanien würden dagegen nur 71 Prozent der Geschäftsführer leistungsbezogen vergütet, in Belgien sind es sogar nur 64 Prozent. Es sei davon auszugehen, dass leistungsabhängige Komponenten künftig noch stärker in die Gesamtvergütung einbezogen werden.
Neben Geld spielen auf der Top-Managementebene Zusatzleistungen wie ein Firmenwagen und die Betriebliche Altersversorgung eine wichtige Rolle. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass diese betrieblichen Zusatzleistungen europaweit zur Standardleistung zählen. Den Firmenwagen erhalten mit 98 Prozent am häufigsten die deutschen Geschäftsführer. In Österreich und den Niederlanden fahren 96 Prozent einen Dienstwagen, während in der Schweiz lediglich 48 Prozent und in Irland 61 Prozent in diesen Genuss kommen.
(apa/red)
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