'Außenpolitik schlechteste in Geschichte der
USA': Vorgänger Carter von Bush enttäuscht!
- Irak-Krieg: Britische Unterstützung "große Tragödie"
- Beobachter: Beispiellose Kritik an US-Präsidenten
Der frühere US-Präsident Jimmy Carter hat die Außenpolitik der Regierung von George W. Bush als die schlechteste in der Geschichte der USA kritisiert. Auch die Umweltpolitik des jetzigen Präsidenten gebe Anlass zur Sorge, sagte der Friedensnobelpreisträger der Samstagausgabe der Zeitung "Arkansas Democrat-Gazette". Ferner geißelte er die Mittelvergabe an Nichtregierungsorganisationen, die sich zumeist an Kriterien des christlichen Glaubens orientiere.
Beobachter sprachen von einer beispiellosen Kritik des 39. US-Präsidenten am 43., insbesondere eben an dessen Außenpolitik. Carter rügte abermals den Irak-Einsatz, bei dem es sich um einen reinen Präventivschlag gehandelt habe. Hier sei ein Präzedenzfall geschaffen worden, dass ein militärischer Angriff auf ein unliebsames Regime rechtens sein könne, auch wenn überhaupt keine Bedrohung bestehe.
Carter hatte zuvor im Interview der BBC die britische Unterstützung für den Irak-Krieg als "große Tragödie für die Welt" bezeichnet. Auf die Frage, wie er die Nähe des scheidenden britischen Premierministers Tony Blair zu Bush beurteile, sagte Carter am Samstag: "Grässlich. Loyal. Blind. Offensichtlich unterwürfig." Die Unterstützung Großbritanniens habe der US-Regierung die Legitimation des Kriegs erleichtert. Dies wiederum habe die Position der Gegner geschwächt und den Krieg verlängert.
Bush habe auch im Nahen Osten absolut nichts getan, um den Friedensprozess voran zu bringen, sagte Carter dem Zeitungsbericht zufolge weiter. Auch habe sich der Präsident Abrüstungsgesprächen sowie Umweltinitiativen schlicht verweigert. Und schließlich habe er grundlegende Prinzipien früherer US-Regierungen einfach aufgekündigt, darunter die Trennung von Staat und Religion.
Republikanische Politiker wiesen die Vorwürfe entschieden zurück. Carter komme es offenbar nur darauf an, rücksichtslos unqualifizierte Kritik auszuteilen, erklärte Parteisprecherin Amber Wilkerson. (apa/red)
