Montag, 21. Mai 2007

Keine Ruhe im Nahen Osten: Haniyeh und Abbas verurteilen "Eskalation" durch Israel

  • Palästinenser bei israelischen Luftangriffen getötet
  • Kommt wieder eine Bodenoffensive im Gazastreifen?

Nach dem tödlichsten israelischen Luftangriff der letzten Tage ist die Lage im Gaza-Streifen weiter eskaliert. Militante Palästinenser schossen neue Raketen auf die Grenzstadt Sderot ab. Zu Schaden kam niemand. Bei einer Serie von vier Luftangriffen in der Nacht wurde ein weiterer Hamas-Kämpfer getötet.

Der palästinensische Präsident Abbas rief zu internationalem Druck auf Israel auf, um die Angriffe zu stoppen, bei denen seit vergangenem Dienstag 36 Menschen ums Leben kamen. Die Luftwaffe feuerte ein Geschoss auf das Haus eines Hamas- Abgeordneten in Gaza ab.

Dabei wurden nach Klinikangaben mindestens acht Menschen getötet und 13 verletzt. Der Abgeordnete Khalil al Haya befand sich zum Zeitpunkt des Angriffs nicht in dem Haus. Nur zwei der Opfer waren Hamas-Kämpfer, bei den sechs anderen handelte es sich nach palästinensischen Angaben um Verwandte und Nachbarn des Politikers. Die Hamas drohte Israel mit Vergeltung.

Ausweitung der Militäraktionen
Die israelischen Streitkräfte erklärten, die Luftwaffe habe ausschließlich auf eine Gruppe Bewaffneter gezielt. Die getöteten Zivilpersonen seien offensichtlich als Schutzschilde missbraucht worden. Das Sicherheitskabinett in Jerusalem hatte eine Ausweitung der Militäraktionen gegen die Hamas und den Islamischen Jihad beschlossen, um die anhaltenden Raketenangriffe zu stoppen.

Hamas und Fatah unterbrechen Kämpfe
Die vermehrten Angriffe auf den Gaza-Streifen führten zur Einstellung der Gefechte zwischen den rivalisierenden palästinensischen Gruppen Hamas und Fatah. "Niemand würde akzeptieren, dass wir gegen einander kämpfen, während die Israelis Gaza beschießen", erklärte Hamas-Sprecher Fausi Barhum.

"Gefährliche Aggression" gegen Zivilisten
Der palästinensische Regierungschef Ismail Haniyeh sprach in einer Erklärung nach dem ersten Luftangriff von einem "schrecklichen, von den Zionisten verübten Verbrechen gegen ein Parlamentsmitglied und Zivilisten". Er rief die internationale Gemeinschaft auf, der "gefährlichen Aggression" ein Ende zu setzen, die zur Erhöhung der Spannungen beitrage. El Haya sagte nach einem Besuch der Verletzten im Krankenhaus, der Angriff werde die Fortsetzung des Widerstands und des Jihads (Heiliger Krieg) nicht verhindern.

Präsident Mahmoud Abbas verurteilte nach Angaben seines Sprechers Nabil Abu Rudeina die "israelische Gewalteskalation gegen Zivilisten in Gaza". Er rief das Nahost-Quartett aus USA, UNO, Russland und EU auf, Druck auf Israel auszuüben, um dieses zur Beendigung der Eskalation zu bewegen. Ein Sprecher des Weißen Hauses rief beide Seiten zur Mäßigung auf.

(apa/red)

21.5.2007 12:55