Verheerender Bombenanschlag: Drei deutsche Soldaten in Afghanistan getötet
- Zwei weitere Bundeswehr-Mitglieder wurden verletzt
- Taliban bekennen sich zu dem Selbstmordanschlag

Bei dem Selbstmordanschlag in der nordafghanischen Stadt Kunduz (Kundus) sind drei deutsche Bundeswehrsoldaten und sechs afghanische Zivilisten ums Leben gekommen. Das ergab eine neue Bilanz des Gouverneurs der Provinz, Mohammad Omar. "Drei unserer deutschen Freunde wurden getötet", sagte er. Zudem seien zwei deutsche Soldaten und ein afghanischer Dolmetscher verletzt worden. Auch zwölf afghanische Zivilisten hätten Verletzungen erlitten.
Der Polizeichef der Provinz, General Ajub Salangi, erklärte, zwei Fahrzeuge der Bundeswehr seien bei einer Patrouillenfahrt auf einen Markt gefahren. Dort seien die Soldaten dann mit ihrem Übersetzer ausgestiegen, um etwas einzukaufen, als der Attentäter seinen Sprengsatz zündete.
Ein Sprecher der NATO-Schutztruppe für Afghanistan (ISAF), Major John Thomas, bestätigte zunächst nur, dass es einen Anschlag gab und dass NATO-Soldaten getötet oder verwundet wurden. Nähere Einzelheiten wollte er nicht nennen. Die Bundeswehrsoldaten sind im Norden Afghanistans stationiert, der bisher als relativ ruhig galt.
Die Taliban haben sich zu dem Anschlag bekannt. "Unser Taliban-Krieger hat sich nahe der deutschen Truppen in die Luft gesprengt und mehr als zehn deutsche Soldaten getötet", sagte Taliban-Kommandant Mullah Hajatullah Chan der Nachrichtenagentur Reuters. "Es war ein sehr erfolgreicher Anschlag auf ausländische Truppen, dutzende deutsche Soldaten wurden verwundet."
Über 70 Taliban-Kämpfer getötet
Bei schweren Kämpfen in der südostafghanischen Provinz Paktia sind nach offiziellen afghanischen Angaben mehr als 70 Kämpfer der radikal-islamischen Taliban getötet worden. Paktias Polizei teilte mit, bei den stundenlangen Gefechten seien auch Luftangriffe der US-geführten Koalitionstruppen geflogen worden.
Unter den getöteten Rebellen seien auch Tschetschenen, Araber und Pakistaner. Die Leichen der Toten lägen noch auf dem Schlachtfeld. Auch ein afghanischer Polizist sei bei der gemeinsamen Operation afghanischer Sicherheitskräfte und der Koalitionstruppen getötet worden. (apa/red)
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