Kaltenbrunner entgeht dem Lawinentod nur
knapp: Bergsteigerin verunglückte in Nepal
- 36-Jährige konnte sich befreien - Zwei Spanier tot
- Geschockt: "Habe mir gedacht, jetzt ist alles vorbei"

Die oberösterreichische Alpinistin Gerlinde Kaltenbrunner ist dem Tod nur knapp entkommen. Beim Versuch, den 8.167 Meter hohen Dhaulagiri in Nepal zu bezwingen, wurden sie und drei spanische Kollegen in ihren Zelten im Lager II auf 6.650 Meter Höhe von einem Schneebrett erfasst. Zwei Spanier starben, der dritte sowie die Oberösterreicherin überlebten und stiegen zum Basislager ab.
Erst vergangene Woche hat Kaltenbrunner den ersten Versuch, den Dhaulagiri zu besteigen, abgebrochen. Die 36-Jährige und ihre tschechische Bergpartnerin Lucie Orsulova kehrten im letzten Lager vor dem Gipfel auf 7.400 Meter Höhe wegen Schlechtwetters um, nachdem sie dort zwei Nächte verbracht hatten.
Gerlinde Kaltenbrunner ist auf dem Weg vom Basislager in das erste Dorf. Von dort will die 36-Jährige in den kommenden Tagen per Flugzeug nach Kathmandu gelangen. Wann Gerlinde Kaltenbrunner in der nepalesischen Hauptstadt eintreffen wird, lasse sich nicht genau sagen, da die Flugpläne vom Wetter abhängen. Die Alpinistin wird anschließend nach Deutschland zurückkehren. Ob sie, wie ursprünglich vorgesehen, im Juni die Besteigung des K2 in Angriff nimmt, ist vorerst noch nicht entschieden.
"Das war alles miteinander so ein Wahnsinn, das kann ich mit Worten gar nicht ausdrücken", wurde die 36-Jährige in den "Oberösterreichischen Nachrichten" zitiert. Kaltenbrunner befand sich laut "Amical Alpin" im Lager II, als ihr Zelt sowie die beiden anderen der drei Spanier von einem Schneebrett erfasst wurden. In einem Telefonat mit der Zeitung aus dem Basislager schilderte sie die Vorkommnisse so: "Plötzlich fängt es zu stürmen an, dabei war es ein wunderschöner Tag ... Irgendwann ist es so arg geworden, dass man nicht mehr aus dem Zelt konnte." Um 9.00 Uhr habe sich das Schneebrett gelöst. "Wenn Du da drinnen liegst und auf einmal reißt dich eine Lawine mit - das kann ich dir gar nicht sagen, wie das ist. Einen Moment lang habe ich mir gedacht: Jetzt ist alles vorbei."
In Luftblase überlebt
Kaltenbrunner überlebte in ihrem Zelt in einer Luftblase, in der sie sich bewegen konnte. "Ich habe zu meinem Messer am Sitzgurt gegriffen, das Zelt aufgeschlitzt, langsam Schnee hereingeholt, bis ich gesehen habe, dass ich durch ein kleines Loch ins Freie kann", sagte die 36-Jährige den "Oberösterreichischen Nachrichten". Gemeinsam mit dem überlebenden Spanier grub sie dessen zwei tote Landsleute Ricardo Valencia und Santiago Sagaste aus.
Ralf Dujmovits erreichte die Nachricht von dem Unglück auf dem Manaslu. "Für ihn war das ein großer Schock", hieß es bei "Amical Alpin". Der Deutsche leitet derzeit eine Manaslu-Expedition.
(apa/red)
