Samstag, 19. Mai 2007

Russen lassen in Österreich Rubel rollen:
Glamour-Hochburgen am interessantesten

  • Notorischer Österreich-Liebhaber: Abramowitsch
  • Kitzbühel: Immobilienpreise infolgedessen gestiegen

Wohlhabende Russen lassen heute überall auf der Welt den Rubel rollen - auch in Österreich, wo man gern ein paar Wochen Winterurlaub verbringt. Das nötige Kleingeld vorausgesetzt, laden lauschige Plätze und renommierte Adressen mitunter aber auch dazu ein, länger zu verweilen. Ein notorischer Liebhaber österreichischer Immobilien ist offenbar der bekannteste der russischen "Oligarchen", Roman Abramowitsch.

Der FC-Chelsea-Eigentümer soll sich nicht nur für die Luxusvilla "Waldschlössel" am Südende des Attersees interessieren, sondern hat über eine Briefkastenfirma um 27 Mio. Euro bereits ein Zinshaus am Wiener Kohlmarkt 6 erworben. Derzeit dürfte Abramowitsch in Kitzbühel auf Herbergssuche sein.

Dort kann er den Tiroler Grundverkehrsgesetzen zum Trotz auf prominente Landsleute treffen - zum Beispiel auf den Moskauer Bürgermeister Juri Luschkow, der mit der reichsten Frau Russlands, Jelena Baturina, verheiratet ist. Baturina, die in russischen Medien als heimliche Herrscherin von Kitz gilt, hat dort um vier Millionen ein kleines Schloss gekauft und will ein Luxushotel auf dem Gelände des Kitzbüheler Golfklubs errichten.

"Russe so gut wie 10 EU-Bürger"
"Für mich als Makler ist ein Russe so gut wie zehn EU-Bürger", kommentierte der Tiroler Promi-Makler Manfred Hagsteiner vor wenigen Tagen in der Tiroler Tageszeitung. Die Russen "kaufen Anwesen ab fünf Millionen Euro aufwärts." In Kitzbühel sind in der Folge die Immobilienpreise in den vergangenen drei Jahren um ein Drittel gestiegen.

Russen bieten um Präsidentenvilla
Wo immer hochwertige Immobilien unter den Hammer kommen, scheinen auch Interessenten aus dem vor kurzem noch kommunistischen Land nicht weit. So soll Oleg Deripaska, Aktionär von Magna und Strabag, ein Auge auf die zum Verkauf stehende Präsidentenvilla in Wien geworfen haben. Trifft dies zu, wird er einen Landsmann überbieten müssen, der den "Bastlerhit" auf der Hohen Warte ebenfalls erwerben will.

Aber nicht nur die Superreichen, auch die gewöhnlichen Reichen scheinen Geschmack an österreichischen Realitäten gefunden zu haben - seit längerem schon an Seegrundstücken am Wörthersee, seit kurzem auch an den Villenvierteln rund um Wien. So haben sich etwa im idyllischen Klosterneuburg mittlerweile Dutzende russische Familien niedergelassen.

(apa/red)

19.5.2007 21:33