Russland Österreichs wichtigster Energie-lieferant: 59 % Gas- und 16 % Ölimporte
- Energieverbrauch in letzten 30 Jahren verdoppelt
- Erdgaspipelines verlaufen quer durch Österreich

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Russlands Präsident Wladimir Putin wird am 23. und 24. Mai Österreich besuchen. Dieser Besuch stößt hierzulande vor allem wegen der vor kurzem erfolgten Beteiligungen des russischen Milliardärs Oleg Deripaska an Strabag und Magna auf großes Interesse. Darüber hinaus ist Russland Österreichs wichtigster Energielieferant - was während des Gas-Streits zwischen Russland und der Ukraine im Winter 2005/2006 besonders stark ins Bewusststein der österreichischen Öffentlichkeit rückte.
Österreichs Energieverbrauch hat sich in den vergangenen 30 Jahren verdoppelt, wobei der Anstieg bei Strom und Gas besonders stark war. Etwa 44 Prozent des Gesamtverbrauchs werden durch Erdöl gedeckt, der Gasanteil beträgt rund 17 Prozent. Ein Fünftel seines Gasbedarfs kann Österreich aus eigener Produktion decken, 59 Prozent des Jahresverbrauchs von 9 Milliarden Kubikmetern Gas werden nach Angaben der OMV aus Russland importiert. 12,6 Prozent des in Österreich verbrauchten Erdgases stammen aus Deutschland, gut 9 Prozent aus Norwegen.
Die Rohölimporte gingen 2006 laut vorläufigen Angaben der Statistik Austria von 7,84 Mio. Tonnen (2005) auf 7,69 Mio. Tonnen zurück. Die wichtigsten Lieferantenländer waren Kasachstan (20,4 Prozent), Russland (15,8 Prozent), Nigeria (15,3 Prozent), Libyen (14,8 Prozent) und Saudi-Arabien (10,5 Prozent).
Lieferverträge mit Gazprom verlängert
Im vergangenen Herbst hat die OMV ihre Lieferverträge mit dem russischen Gasmonopolisten Gazprom bis 2027 verlängert. Das Vertragsvolumen beträgt rund 7 Mrd. m3 pro Jahr. Drei Viertel der importierten Gasmenge bezieht die EconGas GmbH, eine 50-Prozent-Tochter der OMV.
Öl 4.500 km in Pipelines unterwegs
Das aus Russland importierte Gas wird in Westsibirien gefördert und gelangt über das größte Pipelinesystem der Erde nach 4.500 Kilometern zur Übergabestation Baumgarten in Niederösterreich. Ungefähr ein Viertel des europäischen Gasbedarfs wird von Gazexport abgedeckt, einer 100-Prozent-Tochter der Gazprom. In den vergangenen vier Jahrzehnten hat Gazexport mehr als 2.600 Mrd. m3 russisches Erdgas nach Europa geliefert. Auch Ungarn, Slowenien, Kroatien, Italien, Deutschland und Frankreich beziehen ihre Gasimporte aus Russland teilweise über Pipelines der OMV - die OMV Gas GmbH befördert jährlich rund 45 Mrd. m3 Gas durch ihr Pipelinenetz in andere Länder, das entspricht etwa einem Drittel der russischen Erdgasexporte nach Westeuropa.
Erdgaspipleines durchlaufen Österreich
Durch Österreich verlaufen mehrere große Erdgaspipelines. Die Trans-Austria-Gasleitung (TAG) durchquert Österreich von Knoten Baumgarten an der slowakischen Grenze bis nach Italien. Die West-Austria-Gasleitung (WAG) beginnt ebenfalls bei Baumgarten und führt nach Deutschland. Die Hungaro-Austria-Gasleitung (HAG) verläuft von Baumgarten über das nördliche Burgenland nach Ungarn. Die Südost-Leitung (SOL) geht von Graz bis nach Slowenien. Die Penta West (PW) verläuft von Oberkappel durch das oberösterreichische Innviertel nach Burghausen in Bayern.
Die Erdölimporte erfolgen vor allem über die Transalpine Ölleitung (TAL), die im Hafen von Triest ihren Ausgang hat und durch Kärnten und Tirol bei Oberkappel Deutschland erreicht. Kurz nach der italienisch-österreichischen Grenze bei Arnoldstein zweigt von der TAL die Adria-Wien-Pipeline (AWP) ab, die zur Raffinerie Schwechat führt.
(apa/red)
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