"Berge bleiben meine Liebe": Begsteigerin Gerlinde Kaltenbrunner im Interview!
- Sportlerin schildert tragische Stunden auf Dhaulagiri
- Schon im Juni geht es zur nächsten Expedition auf K2
·8.516 Meter hoher Lhotse wollte nicht
Kaltenbrunner brach Be- steigung kurz vor Ziel ab
·Kaltenbrunner steht am 9. Achttausender
Bergsteigerin bezwingt dritthöchsten aller Gipfel
·GRAFIK: Gerlinde
Kaltenbrunners Berge
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gelegenen Gipfel der Welt
Es waren wohl die tragischesten Stunden ihres Bergsteigerlebens, die die oberösterreichische Alpinistin Gerlinde Kaltenbrunner in der eisigen Welt des 8.176 hohen Berg Dhaulagiri in Nepal durchleben musste. Nur durch großes Glück überlebte die 36-Jährige einen Lawinenabgang, für zwei spanische Kameraden kam jede Hilfe zu spät. "Dennoch: Die Berge bleiben meine Liebe", sagte Kaltenbrunner im APA-Interview. Im Juni will sie zu einer Expedition auf den K2 aufbrechen.
Die Alpinisten wurden in einem als sicher geltenden Lager auf 6.650 Meter von der Lawine überrascht. "Bisher ist dort noch nie etwas passiert", sagte Kaltenbrunner. Sie selbst überlebte nur, weil in ihrem verschütteten Zelt trotz der Schneemassen ein kleiner Luftraum verblieben war. "Ich begann dann zu graben, aber ich wusste nicht, ob ein halber Meter oder zwei Meter Schnee über mir sind", beschrieb Kaltenbrunner. Schließlich gelang es ihr - nur mit Socken an den Füßen - der tödlichen Falle zu entkommen.
"Ich hatte Gott sei Dank meine Schaufel. Ich habe dann meine Sonnenbrille und meine Schuhe ausgegraben", so Kaltenbrunner. Ohne dieser Ausrüstung wäre ein Abstieg unmöglich gewesen. "Man wird sofort schneeblind und die Zehen frieren ab", so die Alpinistin.
Ihr erster Gedanke, nachdem sie sich befreit hatte, galt ihren spanischen Bergkameraden, deren Zelt ebenfalls verschüttet worden war. "Ich begann nach ihnen zu graben, aber ich wusste, dass darunter niemand überlebt haben kann. Trotzdem habe ich nicht aufhören können, bis ich schließlich auf ihre zwei Körper gestoßen bin", beschrieb Kaltenbrunner.
Ein dritter Spanier hatte unendliches Glück: Die Lawine war an dem Zelt des Mannes vorbeigerast, ohne dass es dieser überhaupt mitbekommen hat. "Als ich nach ihm gerufen habe, habe ich ihn aufgeweckt. Er hat geglaubt, dass er einen Albtraum gehabt hat", sagte die Alpinistin. Gemeinsam machten sich die beiden an den Abstieg.
Rund eine Woche später hat Kaltenbrunner ein wenig Abstand zu den schrecklichen Ereignissen gefunden. "Ich war sehr viel alleine. Ich muss damit abschließen", so die Alpinistin. Trotz des Vorfalles hält Kaltenbrunner an ihrem Plan, im Juni den K2 zu besteigen fest: "Er war immer ein großer Traum von mir." (apa/red)
