Dienstag, 15. Mai 2007

"Fällt unter die Kategorie Pfusch": Grüne üben Kritik an Schmieds Gesamtschulprojekt

  • Für Van der Bellen nur sinnvoll ohne Leistungsgruppen
  • 10 % der Pädagogen als Förderlehrer einsetzen

Die derzeit vieldiskutierte Gemeinsame Schule der 6- bis 14-Jährigen ist für den Grünen Bundessprecher Van der Bellen eine "notwendige, aber nicht ausreichende Maßnahme". Die Grünen wollen eine Gemeinsame Schule, "aber keinen Pfusch". Doch das, was Bildungsministerin Schmied (SPÖ) mit dem Kärntner Landeshauptmann Haider ausgehandelt hat, "fällt unter die Kategorie Pfusch".

Notwendig seien Investitionen, "denn Bildung zum Null-Tarif wird es nicht geben". Schmied sollte, wenn ganze Bundesländer oder ausreichend große Regionen Modellversuche einrichten wollen, diese Bemühungen unterstützen. Flächendeckende Modelle, wie sie Wien plant, seien möglich, wenn man verschiedene Arten an Schulversuchen einreiche. Dagegen sollten Modelle, wo nur die Türschilder ausgetauscht werden, nicht unterstützt werden.

Für Grünen-Bildungssprecher Brosz ist es ein verbreiteter Irrtum, dass eine Gemeinsame Schule nur mit dem Ausbau von Leistungsgruppen funktioniere. Trotz des selektiven, früh trennenden Schulsystems mit angeblich homogenen Schülergruppen würden in Österreich laut PISA- Studie beim Lesen nur acht Prozent der Schüler in der Spitzengruppe liegen, in Finnland oder Australien seien es doppelt so viele (15 Prozent).

Nach dem Vorbild Finnlands sollten in Österreich zehn Prozent der Lehrkräfte als Förderlehrer eingesetzt werden, so Brosz. Das würde flächendeckend 200 Mio. Euro kosten. Für diese Förderlehrer sei eine eigene Ausbildung notwendig.

Erstaunt zeigte sich Van der Bellen angesichts des jüngsten Steuer -Vorstoßes von Bundeskanzler Gusenbauer in Deutschland: "Gusenbauer muss der Teufel geritten haben." Wollte man die österreichische Steuerquote auf das deutsche Niveau senken, würden das einen Steuerausfall von 18 Mrd. Euro verursachen. (apa)

15.5.2007 13:03