Im Kampf gegen jugendliche "Komatrinker":
Sperrt Häupl Alkohol aus Wiener City aus?
- Bürgermeister: Verbot in bestimmten Zonen denkbar
- Keine Einschränkung bei Events wie Donauinselfest
·Österreich: 5 Prozent sind alkoholkrank!
16 Prozent weisen zudem kritischen Alk-Konsum auf
·"Spendierfreudige"
Gastronomen strafen?
Komatrinken: SPÖ droht mit Konzessionsentzug
·Koma-Trinken: Viele Opfer am Wochenende
Zahlreiche Teens wachten
erst im Spital wieder auf
·"Keine Generation von Komatrinkern"
SPÖ-Abgeordnete Rudas will Aufklärung forcieren
·Koma-Trinken: 90% für Jugend-Ausweise
68% wollen Alkoholverbot
auf öffentlichen Plätzen
·"Komatrinken" ein Gruppenphänomen
Psychologin: Manchmal
beinahe kulturelle Regel
·NETWORLD-UMFRAGE
Ist Ausweispflicht für Jugendliche sinnvoll?
·Christoph Wagners Kampftrink-Plädoyer
NEWS: Das aktuelle Tischthema der Woche
Wiens Bürgermeister Michael Häupl hält die Einführung von begrenzten Alkoholverbotszonen im öffentlichen Raum für möglich, um den Alkoholmissbrauch von Jugendlichen einzudämmen. Derzeit sei keine akute Maßnahme in Vorbereitung, aber: "Ich möchte mir das in petto halten", sagte er bei seiner wöchentlichen Pressekonferenz.
Alkoholverbotszonen seien ein Instrumentarium, das dann zum Einsatz komme, wenn sich Verkäufer nicht an bestehende Jugendschutzgesetze hielten. Häupl nannte explizit Tankstellen als Beispiel. In diesen Bereichen schließe er für die Zukunft Maßnahmen nicht aus, wobei es hierbei nicht um flächendeckende Areale wie die gesamte Innenstadt gehen könne.
Diese Forderung hatte deren Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel Anfang Mai erhoben. Mit Ausnahme der Konsumation in Lokalen, Gastgärten, bei Würstelständen und bei Events solle es im öffentlichen Raum der City ein Alkoholverbot geben, so der Wunsch der City-Chefin.
"Bier zum Gulasch ist was anderes"
Ebenso wandte sich Häupl gegen die Vorschläge von Wissenschaftern, bei Großveranstaltungen wie dem Donauinselfest den Alkoholausschank zu verbieten: "Das ist natürlich kindisch." Man könne nicht alle österreichischen Volksfeste absagen oder ein Feuerwehrfest ohne Bier ausrichten. Es gelte, den Jugendlichen im Bezug auf besoffenes Herumtorkeln zu vermitteln: "Es ist nicht 'in', es ist nicht schick." Ein Glas Bier zum Gulasch sei da etwas anderes.
Stenzel will ganze Innenstadt alkoholfrei
"Ich finde richtig, dass er das sagt. Das ist besser als nichts" - Stenzel hat sich über die Häupl-Aussagen zum Thema Alkoholverbot durchaus erfreut gezeigt. Immer mehr Personen würden das Problem erkennen. An ihrer Forderung für ein Alkoholverbot in der gesamten City halte sie jedoch fest, betonte Stenzel.
"Die Innenstadt ist nicht groß. Es wäre einfacher, wenn es eine Regelung für die gesamte Stadt gäbe", meinte Stenzel im Gespräch mit der APA. Denn es sei auch die ganze Stadt betroffen: "Bei uns torkeln die Kids vom Stephansplatz zum Bermudadreieck."
"Die dramatischen Fälle häufen sich", warnte Stenzel, die erneut Kritik an Angeboten mancher Lokale übte, die laut Stenzel junge Besucher zum übermäßigen Alkoholkonsum motivieren. In extremen Fällen sollte sofort die Konzession entzogen werden, forderte die Bezirkschefin.
Sie sprach sich auch für ein Verbot betreffend Innenstadt-Tankstellen aus. Dort sollten keine Alkopops und sonstigen alkoholischen Getränke mehr verkauft werden. "Die verkaufen inzwischen mehr Alkohol als Sprit", so Stenzel.
(apa/red)
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