"Komatrinken" als gruppendynamisches Phänomen: "Manchmal fast kulturelle Regel"
- "Jene, die sich ausgegrenzt fühlen, sehr gefährdet"
- Medien-Aufmerksamkeit: Positive & negative Folgen

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Jugendliche trinken meist nicht allein, sondern in der Gruppe. Das Problem "Komatrinken" müsse daher als gruppendynamisches Szenario begriffen werden, erklärte Entwicklungspsychologin Brigitte Rollett. "Kampftrinken" sei in manchen Kreisen in Österreich so etwas wie eine "kulturelle Regel" - und das schon immer.
"Besonders gefährdet sind jene Jugendliche, die sich ausgegrenzt fühlen", so die Psychologin. "Man möchte wo dazugehören, wo man keine Leistung erbringen oder aus einem besonders attraktiven Elternhaus kommen muss. Trinken kann jeder." Wenn man gegen das Problem vorgehen wolle, müsse man sich daher mit der Gruppenzugehörigkeit beschäftigen. "In einem Ablöseprozess von den Eltern wird die Gruppe zur Norm. Das ist grundsätzlich eine notwendige Entwicklung", erklärte Rollett.
Als "allgemein akzeptierte Droge" habe Alkohol schon immer für exzessive Szenarien gesorgt. "Kampftrinken" sei, so die Psychologin, bei manchen Veranstaltungen traditionell fast eine kulturelle Regel.
Die verstärkte mediale Aufmerksamkeit, die das Thema nun erfahre, habe positive und negative Konsequenzen. "Die Eltern machen sich viel zu lange Illusionen über ihre Kinder. Vielleicht bemerken sie solche Prozesse nun früher", hoffte Rollett. Die Reifeentwicklung der Jugendlichen habe sich stark vorverlegt, was Eltern oft völlig überrasche. "Jugendliche benehmen sich jetzt so wie sie sich vor 20 Jahren zwei Jahre später verhalten hätten."
Als negativ bewertete die Entwicklungspsychologin, dass durch die Präsenz des Themas eine neue Verhaltensnorm entstehe, die bedenkliche Konsequenzen haben könne. Denn auch als Einstiegsdroge sei Alkohol nicht zu unterschätzen.
(apa/red)
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